Seit 16.11.16 finden in den Leipziger Passage-Kinos und in der Schaubühne Lindenfels die 22. Französischen Filmtage statt.

Heute abend, am 17. November 2016, läuft in den Passage-Kinos "LES CHATEAUX DE SABLE". Schauplatz dieses Films ist die BRETAGNE !!! Ab 19.30 Uhr gibt es Französische Leckereien vom Restaurant "La Provence", Filmbeginn ist 20.00 Uhr!

Wiederholt wird die Präsentation dieses Films am Sonntag, dem 20. November, 18.00 Uhr (dann allerdings ohne Leckereien).  Das gesamte Programm der 22. Französischen Filmtage mit vielen tollen Filmen in beiden Kinos ist unter www.franzoesische-filmtage.de zu finden!

Bretagne Kalender 2017 Titelseite

Unser neuer Bretagne-Kalender 2017 ist fertig und ab Oktober versandbereit. Es ist diesmal Kunstkalender: Zwölf farbige Linolschnitte mit bretonischen Motiven des Künstlers Hans von Döhren. Format: 21 x 42 cm, hoch, 14 Blätter, Spiralbindung und Schutzfolie, Kalendarium in Deutsch, Bretonisch und Französisch. Der ganze Kalender kann schon eingesehen werden unter der Adresse: http://www.weltbuch.com/kalender/bretagne-2017/ - Verkauf nur über Verlag (nicht im Handel erhältlich). Sie können den Kalender im Onlineshop des Verlags für 12,90 € zzgl. Versand erwerben. Das sind für einen Kalender insgesamt nur 18,50 €. Die nach Anzahl der bestellten Kalender (1-5) gestaffelten Gesamtpreise sowie die Preise für den Auslandsversand können Sie ebenfalls der oben angezeigten Verlagsseite entnehmen. Für unsere Mitglieder gelten Sonderpreise. Warten Sie mit der Bestellung nicht bis Oktober, denn die Anzahl der Bestellungen wird die Höhe der Auflage beeinflussen. Das ist für uns auch eine Kostenfrage. Und helfen Sie uns, für diesen wunderschönen Kalender Werbung zu machen. Er ist ein erneuter, attraktiver Ausweis für das lebendige Bestehen unserer Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft. 

 

Sevenadur 2016

Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V., 

Chère amie et cher ami de la Maison européenne,

bitte lesen Sie weiter, denn es gibt nicht nur dunkle Nachrichten aus der sächsischen “Provinz”. Wie international aufgeschlossen es hier zugehen kann, zeigt wieder einmal das Erzgebirge – und wieder einmal auch dank bretonischer Seeluft! Nur solche Nachrichten haben es schwer, “draußen” wahrgenommen zu werden. Dies ist ein Grund mehr, wenn ich darüber wenigstens nachträglich berichte. 

Kultur heißt auf Bretonisch “Sevenadur” und so hieß auch das Kulturprogramm zum Thema erzgebirgisch-bretonische “Spitzenverbindungen” vom 16. - 18. September im Rahmen der 27. Annaberger Klöppeltage “Zarte Fäden in tausend Mustern” in Annaberg-Buchholz (www.annaberg-buchholz.de/kloeppeltage). 

Wie Sie wissen, ist in den wieder sehr modern gewordenen traditionellen Trachten der Bretagne die Klöppelspitze (dentelle aux fuseaux) ein wichtiger Bestandteil. Auch im Erzgebirge gehört die Klöppelspitze zum historisch gewachsenen Brauchtum und erfreut sich neuer Beliebtheit. Dreitausend Besucher aus dem In- und Ausland besuchen jährlich die Annaberger Klöppeltage, deren Anliegen es ist, die Klöppelkunst als eine europäische Tradition zu vermitteln und weiter zu entwickeln. Dieses Volkskunsthandwerk ist ein Beleg dafür, dass unsere europäischen Regionen mehr miteinander verbindet, als das nationalstaatlich geschulte Auge oft wahrzunehmen bereit ist. Daher sind interregionale Verbindung eine so wichtige Querverbindung in unserem Europäischen Haus, von dem sich derzeit so viele Zweifler abwenden. Nur wohin?  Wir richten den Blick immer wieder zurück auf dieses Haus, in dem die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft zu den vielen kleinen, kaum sichtbaren deutsch-französischen Handwerkern gehört, die sich für den Geist dieses Hauses mit verantwortlich fühlen und an zarten Fäden in tausend Mustern weben.

Aus der nordbretonischen Gemeinde Paimpol (Côtes d’Armor) weilte aus dem obigen Anlass und zum Zwecke vertiefter Beziehungen eine offizielle Rathaus-Delegation in Annaberg-Buchholz, begleitet von einer “Klöppeldelegation” aus der nordbretonischen Gemeinde Guingamp (Côtes-d’Armor), die ihrerseits mit der erzgebirgischen Nachbarstadt Aue verbunden ist. Initiiert wurde diese Begegnung von der Bereichsleiterin Kultur und Tourismus der Stadt Annaberg-Buchholz, Frau Dr. Gabriele Lorenz, die auch Mitglied unserer Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft ist. Da ich selbst zu diesem Zeitpunkt in Straßburg weilte, bat sie mich, der bretonischen Delegation wenigstens ein Mot de bienvenue  zukommen zu lassen. Versprochen,  getan. Den Text dieser Botschaft füge ich für Sie als Dokument zum Lesen und gerne zum Weiterreichen ein.

Europaische Verbindungen Seite 1


Chers amis bretons de Paimpol et de Guingamp,
 
Étant, hélas, dans l’impossibilité d’être parmi vous, je tiens à vous souhaiter -  au moins par ce moyen électronique -  la bienvenue à Annaberg-Buchholz, en Saxe.
 
Degemer mat ! Bone arive ! Willkommen!
 
En tant qu’ami et admirateur des cultures bretonnes, je vous remercie de votre portage de la culture bretonne à Annaberg-Buchholz, et je remercie Madame Gabriele Lorenz de son remarquable effort d’avoir initié - avec vous - ce projet Sevenadur 2016.
 
Et à titre de président de la Sächsisch-Bretonische Gesellschaft, je me réjouis de votre venue, qui marque une fois de plus l’existence du partenariat interrégional entre la Saxe et la Bretagne dans un domaine qui lui est essentiel: la culture et la rencontre des citoyens des deux régions. L’un n’allant pas sans l’autre.
 
La dentelle aux fuseaux, qui est au centre de cette manifestation Sevenadur 2016, est une technique manuelle traditionnelle de la passementerie et elle a été depuis toujours une technique passe-frontières.
 
Elle démontre, à sa manière exemplaire, comment nos régions apparemment si différentes et si éloignées se rapprochent dans une certaine universalité des traditions et des cultures spécifiques, contournant ainsi, dans la pratique, nos soi-disant différences nationales.
 
Étant sous l’impression de la cathédrale et du Parlement européen à Strasbourg, dont l’histoire incarne le sort de l’Alsace dans les fureurs franco-allemands, j’ose dire que cet aspect passe-frontières dans la diversité de nos cultures régionales est une pierre angulaire dans cette grande architecture que Charles de Gaulle avait appelée jadis la construction d’une « cathédrale encore plus grande et encore plus belle, je veux dire l’union de l’Europe tout entière. »
 
Vous, messagers vénérables de vos villes de Paimpol et de Guingamp, permettez-moi de recourir à une figure métaphorique amérindienne : vous êtes les portageurs modernes d’un canoë venu du fond des âges. Son nom : la culture bretonne. De l’eau à l’eau, votre culture bretonne a réussie à remonter le cour des siècles et à amarrer finalement, contre vents et marrés, ses traditions dans le flux de la modernité.
 
Maintenant votre portage vous a conduit jusqu'en Saxe pour patronner, à Annaberg-Buchholz, la Sevenadur 2016.  Les uns parmi vous ont la chance d’approfondir les liens déjà existants entre les villes de Guingamp et de Aue. Les autres vont sonder le terrain – certes fructueux - d’un futur partenariat entre les villes de Paimpol et de Annaberg-Buchholz.
 
Chers amis bretons et saxons,
 
je veux bien considérer ces deux jumelages comme des pierres angulaires d’une chapelle en construction depuis 1995 et dont nous sommes les humbles bâtisseurs: le partenariat interrégional entre la Saxe et la Bretagne dont le but suprême est consigné dans l’accord interrégional de 1995 dans les termes suivants : « L'approfondissement de la coopération poursuit l’objectif de rapprocher les citoyens des deux régions et de promouvoir le processus d’intégration européenne. »
 
Continuons dans cette tâche dont les défis me rappellent la description suivante de l’art de la dentelle aux fuseaux: « La technique (...) est assez difficile pour les débutants. Il faudra vous armer de patience et vous exercer jusqu'à ce que vous l'ayez maîtrisé. L'automatisme une fois acquis, vous serez récompensé de vos efforts car il n'existe que très peu d'ouvrages aussi beaux et délicats. »
 
Je vous remercie et je vous souhaite une très belle expérience saxo-bretonne dans nos Monts Métallifères.

Strasbourg, le 15 Septembre 2016

Ingo Kolboom, Président de la Sächisch-Bretonische Gesellschaft – Association Saxe-Bretagne (Dresde).  

 

Liebe deutsch-französische Mitstreiterinnen und Mitstreiter, 

Ich wünsche Ihnen einen entspannten spätsommerlichen Einstieg in einen goldenen Herbst, dessen Faszination im jüngsten Heft (214) der bretonischen Kulturzeitschrift “ArMen. La Bretagne éclairée” unter dem Titel “L’éclat de nos bois et forêts” in Sprache und Bildern beschrieben wird. 

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Bien cordialement / Herzliche Grüße / Gwellañ gourc´hemennoù
Ingo Kolboom
Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.

 

 

Erst in diesen Tagen erreichte uns aus Wien die traurige Nachricht vom Tod der ehemaligen Direktorin der Französischen Kulturinstitute in Dresden und Rostock, Madame Mireille Denise Geloen (31.10.1945 – 23.1.2016).

In Dresden prägte die im nordfranzösischen Lille geborene Germanistin von 1996 bis 2001 die Aufbaujahre des in der Wendezeit gegründeten Institut français und kämpfte erfolgreich für den Erhalt ihres Instituts in der Dresdner Kreuzstraße. In Rostock fand sie von 2005 bis 2008 eine neue Wirkungsstätte für ihre schon in Dresden so nachhaltige Kulturarbeit. Stolz war sie auf ihr Institut in der Stephanstraße. “Was würden Sie einem Besucher unbedingt zeigen? Das Institut Francais, naturellement!”(Interview Ostsee-Zeitung, 2. März 2006, https://www.nordbrief.de/downloads/OZ_02.03.2006.pdf).
 
Mit unermüdlichem Fleiß und Engagement lebte Mireille Geloen in jenen Jahren in Dresden und Rostock ihre Definition von Glück: „Brücken zwischen Menschen, Generationen und Ländern schlagen zu können“ (Interview Ostsee-Zeitung) und machte sich in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern um die Verbreitung der französischen Kultur und Sprache sowie um die deutsch-französische Freundschaft verdient. Die Französische Republik ehrte sie mit dem Nationalen Verdienstorden und schloss das Institut in der Stephanstraße. Als eingetragener deutsch-französischer Verein unter dem Namen Institut franco-allemand de Rostock mit Sitz im Innerstädtischen Gymnasium wird die Arbeit seit 2008 fortgeführt.    
 
In Wien fand Mireille Geloen nach ihrer Pensionierung eine neue Wahlheimat und ihr privates Glück. Am 23. Januar, drei Tage vor der geplanten Hochzeit mit ihrem Liebsten und nur wenige Monate nach ihrem 70. Geburtstag, erlöste sie der Tod von den Schmerzen einer schweren Krankheit.

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Foto: privat

Die Ostsee-Zeitung fragte Mireille Geloen einst nach ihrem Traum, den sie sich noch erfüllen möchte. Ihre Antwort: „Ich möchte unbedingt die Sprache der Möwen erlernen.“ Wir wissen es nicht, ob sie das noch schaffte. Aber wir wissen, dass sie in Wien die Sprache der Liebe fand. Dort fand sie auch ihre letzte Ruhestätte. (http://peter.fleissner.org/Mireille/Mireille%20Geloen_Parte.pdf)
 
Wir werden Mireille Geloen und ihrem Engagement für den Brückenschlag “zwischen Menschen, Generationen und Ländern” ein ehrendes Andenken bewahren.


Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom, Dresden
Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.