Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft,
Chère amie, cher ami du franco-allemand,

 vor nur 100 Jahren, nur wenige Tage nach dem Osterfest 1917, fiel mein holsteinischer Großvater Johann Kolboom bei einer der mörderischen Schlachten an der Westfront in Nordfrankreich – es war die vom 9. April bis zum 16. Mai 1917 tobende „Frühjahrsschlacht bei Arras“ –, während mein sächsischer Großvater mit dem „Kriegsverdienstkreuz" des Königreiches Sachsen geehrt wurde. Einen Monat zuvor waren die ersten US-Soldaten im bretonischen Hafen Brest gelandet.

Aus dem Krieg, den bretonische Postkarten im August 1914, als die ersten 400 deutschen Kriegsgefangenen zur bretonischen Insel Belle-Ile-en-Mer verschifft wurden, noch als „deutsch- französischen Krieg“, dann als „europäischen Krieg“ betitelten, war inzwischen ein „Weltkrieg“ geworden, in dem mehr als 69 Millionen Soldaten mobilisiert waren. Am Ende stand ein traumatisiertes Europa, ein von Millionen Toten übersäter Trümmerhaufen. Die daraus folgende neue europäische Unordnung alter und vieler neuer Nationalstaaten wie auch der „Völkerbund“ (Société des Nations) erwiesen sich für eine dauerhafte Friedensordnung nicht nur als unfähig, sondern als unwillig.

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