Von Seemänner, die wochenlang aufs Meer mussten, die „Frères Morvan“ und die Frage, ob man am Pommesverkaufsstand auch Bier bekommt.

„Les Côtes d’Armor“ feiert ihr größtes „Fest Noz“, Plouha, Juli 2011.

Ein Reisebericht von Heidi Henschel (Dresden)

Früher, als die bretonischen Seefahrer in ihrer „Vareuse“, die man heute immer noch stolz in der Bretagne für die Touristen trägt und bei denen die Knöpfe im Inneren angenäht sind, damit man sie beim `Fischnetz-Rausheben´ nicht abriss; als diese bretonischen Seefahrer damals noch wochenlang aufs Meer hinausfuhren, um dort Fische und andere essbares Meeresfrüchte zu fangen, veranstaltete man vor ihrer „Abfahrt“ in der Kapelle „Saint-Samson “ in Plouha am letzten Sonntag im Juli immer eine Messe, das „Pardon“. Dort weihte man die Matrosen, gab ihnen einen guten Segen mit auf den Weg, sang und die Seefahrer entschuldigten sich schon im Voraus bei Gott, da sie ja auf der hohen See sterben könnten. In einem von Dudelsack begleiteten Umzug verlagerte man die Festlichkeiten dann auf die angrenzenden Wiesen, um sich dort zusammen zu finden und das „Fest Noz“, das Fest in der Nacht, zu feiern. Vor 32 Jahren begann man mit dieser Tradition in Plouha und bis heute behält man diese bei, auch wenn niemand mehr wochenlang aufs Meer muss - feiern kann man ja aber trotzdem.

Am 31. Juli 2011 ging man diesem Brauch in Plouha, einer kleinen Stadt, im Département „Côtes d’Armor“, zwischen Saint-Brieuc und Paimpol gelegen, wieder einmal nach und ich verkaufte Pommes frites. Meine bretonische Gastfamilie, bei der ich schon sehr viel Zeit meines Lebens verbracht habe, ist bei solchen traditionellen Festlichkeiten immer sehr aktiv als „bénévol “ beteiligt und teilte mich nun eben, da ich einmal da war, bei den „Frites “ ein. 20 Uhr war wie immer diese Messe, gegen viertel zehn der musikalische Umzug mit Dudelsack und Klarinette, und ab halb zehn begrüßte man die Besucher auf den Wiesen.

Auffällig dabei, dass wirklich alle sozialen Schichten und alle Altersgruppen gemeinsam teilnehmen, feiern und tanzen und dass das Fest meist bis zu 2000 Leute versammeln kann. Bekannt und auch beliebt scheint es bei den Deutschen zu sein. Überall sah man sie tanzen, hörte sie kommentieren und aus allen Ecken drang Begeisterung an mein Ohr - auch die Feststellung, dass wir solch ein Volksfest nicht hätten, bei dem es um ein geselliges Beisammen geht, egal ob jung oder alt, Bauer oder Arzt.

Nachdem sich der Bretone erst einmal an den Verkaufsständen mit „Crêpes“, „Galette saucisse“, „Frites“ und „Riz au lait“ satt gegessen hat und sich mit „Cidre“ für den gesamten Abend eindeckt, versammelt er sich dann um das verlegte Parkett vor der Bühne. Dort beginnen auch schon die ersten, sich beim Nachbarn einzuhaken (meist nur mit dem kleinen Finger) und zur Dudelsackmusik zu tanzen. Diese bretonischen Tänze sind ja meist Reihen- und Kettentänze und vor allem die Schrittkombinationen wirken sehr rhythmisch und wirklich animierend. Es kann bald passieren, dass tausend Menschen, dicht am Tanznachbarn eingehakt, mit einmal denselben Tanz synchron tanzen und das ganze Fest von einer gewissen Dynamik erfasst wird. Großartig! Erst wirkte ich noch ein wenig erstarrt und konnte gar nicht richtig nachvollziehen, warum und zu welchem Zweck, wurde dann aber einfach untergehakt, in die Tanzrunde eingereiht und folgte den Schritten meiner Nachbarn. Wobei die Kombination zwischen Armen und Beinen, vor und zurück, dem Aufstampfen und Klatschen für mich an manchen Stellen so schnell nicht nachahmbar war, aber keiner beachtete dies; es war ja auch unwichtig, das einzige, was zählte, war das gemeinsame Tanzen und Feiern.

Neben diesem Tanzen musste ich mich ja auch noch um meinen Stand kümmern und die Bretonen bedienen, die doch tatsächlich Senf auf ihre Pommes kippen oder diese in ihr bereits mit „Merguez“ belegtes Sandwich hineinstopfen. Diese „Merguez“, eine dünne, ziemlich stark gewürzte, knallrote, aus dem Maghreb stammende Wurst, kann man aber auch alternativ in seine „Galette“, einen herzhaften Pfannkuchen, wickeln. Früher, als die Seemänner noch aufs Meer mussten, gab es ja jeden Tag nur Fisch. Um dennoch etwas Abwechslung auf den Teller zu bringen, buk man dann einmal in der Woche eine solchen „Galette“, aus Buchweizenmehl, welches schwarze Flecke an den Händen hinterlässt, und füllte sie mit Wurst und Fleisch. Auch wenn heute niemand mehr wochenlang aufs Meer muss, isst man meist mittwochs, am Markttag, „Galette Complète “ mit Schinken, Ei und Käse, wobei es auch hier schon Alternativen mit Lachs oder Champignons gibt. Alle essen das so und auch alle 2000 Besucher des Festes holten sich ihre Riesenportion Pommes für nur einen Euro bei mir ab.

Beim ersten „Fest Noz“ in Plouha buchte man die drei „Frères Morvan“, die schon seit 1958 die traditionellen bretonischen Lieder singen, als musikalische Unterhaltung; dieses Mal waren sie wieder dabei, wieder in ihren typischen karierten Hemden, als Zeichen ihrer Bauernabstammung, und mit ihren „Casquettes“, dieses Mal aber leider nur zu zweit. Das Besondere an dieser bretonischen Boyband ist, dass die über achtzigjährigen Männer natürlich in Bretonisch singen, aber a cappella, und sie ziehen damit alle in ihren Bann und die jungen Bretonen gehen zum Tanzen lieber zum „Fest Noz “ als in die Disko. Die zwei Brüder bleiben der Tradition dabei treu, da man die Lieder damals zu Seemannszeiten ohne Instrumente und Begleitung sang und nur a cappella an die nächste Generation weitergab. Der Rhythmus der Lieder der „Frères Morvan“ animiert einfach zum Mitwippen und zum Einreihen in die Tanzkette. Zu ihrer Hymne machten sie im Laufe der Zeit ihr Lied „Joli coucou“, wobei nur diese zwei Worte in Französisch gesungen werden, die anderen Textzeilen singen sie in Bretonisch. In diesem Lied geht es um einen Jungen, der Lehrer werden sollte, doch dies gefiel ihm nicht, und anstatt ins Klassenzimmer ging er lieber auf die Straße, um sich dort aufzuspielen, doch am Ende bekam auch er seine gerechte Strafe. Natürlich holten sich die beiden Brüder ihre Pommes bei mir ab.

Gegen zwei Uhr erblickte man dann nur noch den harten Kern auf dem Festgelände und die ersten kamen an und fragten an meinem Pommesstand, der als solcher wirklich überdeutlich gekennzeichnet war und mit der großen, roten Aufschrift „Frites“ auch bei den Deutschen für Verständnis hätte sorgen kann, nach Bier. An der Bar, wo meine Gastmutter arbeitete, goss man sich in trauter Runde ordentlich ein, philosophierte und die ersten schliefen unter den Tischen. In diesem Moment musste ich dann eben etwas traurig feststellen, dass sich die Einzigartigkeit dieses Fests zu späterer Stunde wohl von selbst aufhebt, der „Cidre“ seine Auswirkung zeigt und dass sich dieses Fest an diesem Punkt wohl auch nicht mehr von einem deutschen Volksfest unterscheidet.

Aber man kann ja auch einfach eher nach Hause gehen und diese angenehme Atmosphäre des Tanzens, der tollen, traditionellen Musik und des Beisammenseins in Erinnerung behalten.

En cliquant sur la pièce jointe, vous pouvez télécharger la traduction

française du texte allemand et anglais accompagnant le livret-photos de
Jürgen Borisch, "Ein Rundgang über den Dresdner Neumarkt" (Un tour par le
Neumarkt de Dresde), édité par la Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden
e.V. en 2009. Le Neumarkt constitue le coeur du Vieux Dresde, ressuscité
après la reconstruction de la Frauenkirche (église protestante Notre Dame).
La traduction française nous vient d'un des membres de l'association
Saxe-Bretagne, Mme Sibylle Hoffmann.

Le Neumarkt du Dresde - PDF


Pour consulter le site web de l'association du Neumarkt historique de Dresde
cliquez ici: http://www.neumarkt-dresden.de/

 

 

Bewundern Sie die Schönheit der Bretagne! Gehen Sie auf Entdeckungstour mit der Fotoschau "Reise ins Finstère" von Helmut Barthel aus Lichtenstein (Sachsen).

 

Dresde 

 

Dresde,… ce n’est pas seulement la capitale de la Saxe ou la «Florence de l’Elbe». C’est beaucoup plus : Dresdeassocie la tradition et la modernité. Cette ville baroque est une des plus belles villes d’Allemagne. A mon avis, Dresde a un charme rural mais c’est également la deuxième grande ville de la Saxe et fait partie du patrimoine mondial de l'UNESCO. En fait, Dresde et ses alentours offrent beaucoup de curiosités : des musées, des restaurants, la nature (comme la Suisse saxonne) et beaucoup plus...

Pour que vous obteniez une impression plus précise, je voudrais vous présenter les différentes facettes de Dresde, commençant par une petite visite touristique. 

1) Une petite visite touristique :

Tout d’abord, la Frauenkirche située dans la vieille ville, est l’attraction touristique principale à Dresde. L’église a été détruite en 1945 mais il y a 2 ans, on l’a reconstruite fidèle à l’original - maintenant c’est l’emblème de Dresde. Autour de la Frauenkirche se trouvent aussi d’autres monuments comme le Theaterplatz comprenant le palais Zwinger et l’opéra Semper.                                                  

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 Frauenkirche

© Theresa Berthold 

Opéra Semper 

© Theresa Berthold

 Zwinger

© http://www.urlaubssachse.de/

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Rennes, erzählt von einer Wahleinwohnerin: Cornelia Briend

Jede Stadt soll ja ihren eigenen, unverwechselbaren Geruch haben, denken Sie nur mal an die sprichwörtlich gewordene Berliner Luft.

In Calais duftet es nach frisch gebackenen Keksen, in Dijon - nein, da wabern leider keine Burgunderdünste durch die Stra?en, sondern nur profane Auspuffgase, die wegen der hohen Häuserfassaden und der tiefen Lage der Stadt nicht wissen, wohin sie abziehen sollen.

In Rennes weht eigentlich immer ein frischer Wind, und jede Ecke fordert unser Riechorgan auf andere Weise heraus. Haben Sie für alle Fälle eine Packung Tempo dabei? Dann lassen Sie uns einen kleinen „Schnupperkurs“ absolvieren!

Treffpunkt: bei mir zu Hause.

Seit etwa zehn Jahren nennen wir, mein Mann und ich, ein Einfamilienhaus unser eigen, Baujahr so um 1930. Man spürt, es hat gelebt, und die Jahrzehnte haben eine olfaktorische Note in den Wänden und im Holz hinterlassen, die auch sorgfältige Renovierungsarbeiten nicht vertreiben konnten. Wenn ich nach längerer Abwesenheit das Haus betrete, nehme ich sie noch ganz deutlich wahr. Mein Mann sagt dann immer, das sei alles Einbildung und ich hätte eine zu sensible Nase!

Profitieren wir von derselben und nehmen wir die Witterung von Rennes auf.