4. Austausch zwischen der LOVANIA Akademie Leipzig und UCO Guingamp

Wieder einmal war es so weit: Gefördert vom OFAJ/DFJW reisten 6 Studenten der Seminargruppe Fremdsprachenkorrespondenten 5 (Freko 5) und ein Betreuer der LOVANIA Akademie vom 09. bis 16. März 2012 an die Katholische Universität des Westens (Université catholique de l’ouest, UCO BN) in die Bretagne nach Guingamp zum „Sprachenfrühling“ (Printemps des langues).

Die Metropole an der Seine empfing uns mit strahlendem Sonnenschein. Unmittelbar nach der Landung in Orly-Sud erfolgte die erste sprachliche Übung. Ein Informationsstand musste gefunden werden, um sich nach dem Weg, Verkehrsverbindungen und Preisen zu unserer Unterkunft im 9. Arrondissement zu erkundigen.

Nach einem erlebnisreichen Wochenende wurden wir am Montagvormittag im Goethe-Institut Paris durch den Leiter der Bibliothek, Herrn Ulrich Ribbert, empfangen. Mit seinen Antworten auf ihre Fragen verdeutlichte er den Studenten, dass sie dank der Breite ihrer Ausbildung, dem Anforderungsprofil einer Einrichtung wie dem Goethe-Institut in hohem Maß entsprechen – eine für die Studenten der Freko 5 wichtige Aussage.Vom Bahnhof Montparnasse-Bienvenue ging es anschließend weiter mit dem TGV nach Guingamp, wo wir am Montagnachmittag herzlich von unseren Gastgebern der Seminargruppen „Angewandte Fremdsprachen“ (LEA 1 und LEA 2) begrüßt wurden. Nachdem wir kurz unser Gepäck abgestellt hatten, startete sofort ein intensives Programm:Begrüßung durch den Rektor der UCO, Herrn Olivier le Berre; Einführungskurs in die bretonische Sprache; Vernissage einer Ausstellung von lokalen Künstlern und zum Tagesausklang ein bretonischer Abend mit leckeren Crêpes und Galettes im „Café Balzac“, dem Studentenklub der UCO.

Der Dienstag brachte uns drei Höhepunkte: Unter Anleitung von Frau Maria Brismontier wurden am Vormittag 12 französische Spezialitäten für 20 Personen zubereitet, die wir uns gemeinsam mit der Universitätsleitung zu Mittag schmecken ließen.Am Nachmittag folgte die inzwischen schon legendäre Übung Simulation d’un entretien d’embauche, die den Adrenalinspiegel aller Studenten, wie in jedem Jahr, absolut in die Höhe schnellen ließ. Frau Koulmig Malrieu, die Leiterin der Abteilung „Angewandte Fremdsprachen“, und Frau Maïté Aupetit, Genralsekreärin der UCO, führten die fiktiven Einstellungsgespräche durch. Nach jedem Gespräch erfolgte eine Auswertung hinsichtlich der aufgetretenen sprachlichen Fehler und der Körpersprache der Kandidaten. Alle Studenten waren über den Ausgang der Gespräche sehr erleichtert und die Prüfer sehr angetan vom guten und sehr guten sprachlichen Niveau der Lovanier. Anschließend ging es zu einer Unternehmensführung in die Biscuiterie nach Belle-îsle-en-Terre und der Abend gehörte dann endlich unseren Gastgebern und ihren Gästen. Der Mittwoch war prall gefüllt mit einem ganztägigen Forum im Rathaus von Guingamp, in das wir voll eingebunden waren. Johann Malaki und Nathalie Dittmann hatten eine sehr gut besuchte „Einführung in die russische Sprache“ vorbereitet, die alle Teilnehmer dazu befähigte, sich am Ende kurz in Russisch vorzustellen. Es folgte ein Konversationskurs „Deutsch für Fortgeschrittene“, exklusiv für zwei Studentinnen der Gruppe LEA 1. Im Hinblick auf den im Januar 2013 bevorstehenden 50. Jahrestag des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages hielt anschließend Dr. Bernd Schmidt einen Vortrag zum Thema „Le Traité de l’Elysée - Ses origines et fruits dans le domaine de l’échange de jeunes et de l’enseignement de la langue française en Saxe“. Im Publikum waren dazu neben einer Vertreterin der UCO auch die Präsidentin der Association Saxe-Bretagne, Frau Ulrike Huet präsent.

Eine Wanderung entlang der einzigartigen rosa Granitküste stand am Donnerstagvormittag auf dem Programm. Im großen Hörsaal der Universität folgte am Nachmittag die Aufführung von 2 Theaterstücken durch die Studenten der UCO: ein Theaterstück in chinesischer Sprache (!) und die „Dreigroschenoper“ von Bertholt Brecht in drei Akten (1. Akt in Deutsch; 2. Akt in Englisch; 3. Akt in Spanisch). Wir waren alle schwer beeindruckt. Seinen Abschluss fand dieser Tag mit einem gemeinsamen Singen der Lovanier und unseren Gastgebern.

Wenngleich es am Freitagmorgen schon um 07.43 Uhr mit dem TGV nach Paris ging und trotz des Fluges von Paris nach Berlin kamen wir erst gegen 22.00 Uhr wieder in Leipzig an, zwar erschöpft, aber alle glücklich über die gemeinsamen Erlebnisse und die zahlreichen interkulturellen Erfahrungen.

Ganz ausdrücklich gedankt sei an dieser Stelle unseren französischen Gastgebern, den Seminargruppen LEA 1 und LEA 2, ihrer Deutschlehrerin Frau Maria Brismontier, der Leitung der UCO, dem deutsch-französischen Jugendwerk OFAJ/DFJW, dem Förderverein ProBildung e.V. und der Schulleitung der LOVANIA Akademie.

Dr. Bernd Schmidt
Leipzig, 25. März 2012

Die Wissenschaftskarawane ist ein Kooperationsprojekt zwischen den Petits Débrouillards Frankreich, dem Rasselbande e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kleine Findige e. V., den belgischen Les Petits Débrouillards, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und dem CNRS – Centre National de la Recherche (Nationales französisches Forschungsinstitut).
2007 wird die Wissenschaftskarawane in 13 Städten in Deutschland, Belgien und Frankreich Etappenfeste organisieren. An Bord befindet sich ein deutsch-französisch-belgisches Karawanenteam mit 8 Animateuren und einem Koordinator. Sie bleibt ein oder zwei Tage in jeder Stadt und bietet dort Animationen, Wissenschaftskaffees und Ausstellungsstücke auf öffentlichen Plätzen zum Thema „Die großen Reisen des Wassers“ an. Die Animationen sind für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, für Einzelpersonen oder Gruppen (Freizeit und Schüler) geeignet.
Die Karawane schafft als Wanderanimation eine Verbindung zwischen Städten und einem wissenschaftlichen und für die Gesellschaft wichtigen Thema.
Die Städte profitieren dabei von einem interkulturellen und wissenschaftlichen Programm, das im Rahmen des Internationalen Polarjahrs stattfindet. Sie nehmen am Austausch und Dialog mit jungen deutschen, französischen und belgischen Animateuren teil und gewinnen an französisch-deutscher Lebenserfahrung.

Für Sachsen:
Am 7. Juni 2007 wird die Wissenschaftskarawane in Dresden und am 9. Juni in Weimar sein.

Für die Bretagne:
Am 29. & 30. Juni 2007 ist sie in Rennes und am 1. Juli 2007 in Roscoff.

Erfahren Sie mehr unter: http://www.rasselbande.org/

Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus

05.02.2007

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus unterhält partnerschaftliche Kontakte zu Frankreich, insbesondere zur Bretagne. Französische Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 - 15 Jahren (8., 9. Klasse) suchen Austauschpartner aus Sachsen für einen individuellen achtwöchigen Schüleraustausch mit Familienunterbringung im Jahr 2007.

Infomaterial unter:

http://www.sachsen-macht-schule.de/smk2/ba.html

Kopie des Briefes von Dr. Silke Jansen, Prof. Dr. Ingo Kolboom und Prof. Dr. Maria Lieber (TU Dresden) an Frau Dr. R. Kühnel, Schulleiterin des Kreisgymnasiums Freital-Deuben

Dresden, 2. Februar 2007

 

Sehr geehrte Frau Dr. Kühnel,

wie wir vom Fachberater für Französisch, Herrn Thomas Fabreg, erfahren haben, ist am Kreisgymnasium Freital nach zehn Jahren Kontinuität nun erstmals die Einrichtung eines Französisch-Leistungskurses in der Jahrgangsstufe 11 in Gefahr.

Wir möchten uns in diesem Zusammenhang ausdrücklich für die Fortführung der Französisch-Leistungskurse in Freital aussprechen. Eine Unterbrechung oder gar Aufgabe dieser Tradition würde nicht nur einen Rückschritt gegenüber bisherigen Errungenschaften in der Fremdsprachenvermittlung markieren, sondern darüber hinaus Geist und Buchstaben der politischen Maßnahmen zur Förderung von Mehrsprachigkeit auf europäischer Ebene sowie deutsch-französischer Abkommen, Vereinbarungen und Notenwechsel zur Förderung der Partnersprache verletzen.

Im Sinne einer europäischen Mehrsprachigkeit (vgl. Richtlinie der EU von 2001), die keine deutsch-englische Zweisprachigkeit bleiben soll, ist die Stärkung der dritten Fremdsprache in den Schulen unumgänglich. Französisch hält in diesem Zusammenhang nicht nur als Sprache des größten Nachbarlandes und wichtigsten Handelspartners der Bundesrepublik Deutschland, sondern auch als Brückensprache zu weiteren romanischen Sprachen eine Schlüsselposition inne. An die Möglichkeit, sich auch über die Sekundarstufe 1 hinaus intensiv mit dieser Sprache zu beschäftigen sind daher auch wichtige Lebenschancen geknüpft. Deutsche Abiturienten mit Leistungsfach Französisch können sich zudem laut dem deutsch-französischen Abkommen vom 04.11.1988 ohne weitere Sprachprüfung an einer französischen Hochschule immatrikulieren.

Die TU Dresden arbeitet seit vielen Jahren im Rahmen der Französisch- und Spanischlehrerausbildung äußerst erfolgreich mit dem Kreisgymnasium zusammen. Bei zahlreichen Unterrichtsbesuchen konnten wir uns von dem hohen Leistungsstand der Schüler und dem großen Engagement der Lehrer überzeugen. Eine Unterbrechung der Tradition der Französischleistungskurse würde daher aus unserer Sicht einen einschneidenden Verlust für Ihre Einrichtung und die Stellung des Französischen insgesamt in der sächsischen Schullandschaft bedeuten.

Wir möchten Sie daher eindringlich bitten, geeignete Maßnahmen zu treffen, um die Kontinuität des Französischunterrichts auf Leistungskursniveau zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Silke Jansen
Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom
Prof. Dr. Maria Lieber

Bis heute wurden die folgenden Partnerschaften zwischen Schulen und Gymnasien aus Sachsen und der Bretagne ins Leben gerufen:

  • Lycée Tristan Corbière – Morlaix
  • Theodor Mommsen-Gymnasium – Leipzig
  • Collège-Lycée Sainte Anne – Brest
  • Mittelschule Gesundbrunnen– Bautzen
  • Collège Saint François-Xavier – Vannes
  • Evangelisches Schulzentrum – Leipzig
  • Lycée La Mennais – Saint Armel-Ploërmel
  • EOS Gymnasium – Zschopau
  • Collège Diwan – Le Relecq Kerhuon
  • Sorbische Mittelschule – Panschwitz Kuckau
  • Collège Lesven Jacquard – Hans-Erlwein-Gymnasium – Dresden

Das Gymnasium Chateaubriand in Rennes steht auch in Kontakt mit vier sächsischen Gymnasien:

  • 2 Gymnasien in Dresden: dem St Benno Gymnasium und dem Romain-Rolland Gymnasium
  • 1 Gymnasium in Radebeul: dem Luisenstift Gymnasium
  • 1 Gymnasium in Leipzig: dem Anton-Philipp-Reclam Gymnasium

Zwei Austauschmöglichkeiten sind mit diesen Gymnasien möglich:

  • Individuelle Austausche dank dem Brigitte Sauzay-Programm
  • Schulklassenaustausche mit dem Romain-Rolland Gymnasium