Literaturempfehlung unseres Mitglieds Dr. Gabriele Hanig

Melzer, Helmut: Kleine Kultur-/Geschichte Frankreichs. Von der Höhlenmalerei in die multimediale Gesellschaft. Romanistischer Verlag Jakob Hillen, Bonn 2012 (=Bibliographica et fundamenta romanica, Vol. 7), 457 Seiten
ISBN 978-3-86143-203-6
25,00 EUR

Ende des letzten Jahres ist der genannte Band beim Romanistischen Verlag Jakob Hillen erschienen. Diese Neuerscheinung zur französischen Kulturwissenschaft wird neben Lehrenden und Studierenden auch Frankreich-Liebhaber erfreuen.

Der Autor, Dr. Helmut Melzer, war von 1971 bis 2007 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig tätig und hat sich maßgeblich um die Entwicklung der Kulturstudien Frankreichs als eigenständige Disziplin verdient gemacht. Mit seinen Veröffentlichungen und Weiterbildungsveranstaltungen leistete er vor allem für die Französischlehrerinnen und -lehrer eine wertvolle Unterstützung, von der ich auch profitieren konnte.

Mit dem Band legt Melzer ein auf seinen profunden Kenntnissen und reichen Erfahrungen basierende kompakte und zugleich mit vielen Details versehene Darstellung der französischen Kulturgeschichte von der Epoche der Höhlenmalerei (Grotten von Lascaux und Les Eyzies) bis zur aktuellen Mediengesellschaft vor. Die einzelnen Epochen werden in ihren politisch-sozialen Kontexten behandelt. Außerdem vermittelt das Buch sehr interessante Einblicke in die Entwicklung von Sprache, Literatur, Kunst, Architektur, Musik, Philosophie etc. Ein umfangreiches Kapitel widmet sich dem Wandel der gesellschaftlichen Kultur.

Diese anspruchsvolle wissenschaftliche Arbeit ist nicht zuletzt wegen ihrer breit gefächerten Themen und den gut lesbaren Texten eine Fundgrube für alle, die ein leidenschaftliches Interesse an Frankreich haben.

Dr. phil. Gabriele Hanig
Institut für Romanistik
TU Dresden

Eine Veröffentlichung der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V. anlässlich des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags

Verlag Ch. Hille, Dresden 2013, 230 Seiten, 10.00 EUR

ISBN 978-3-939025-32-0

Exposé

Vor 50 Jahren, am 22. Januar 1963, unterzeichneten Staatspräsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag, der die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland besiegelte und der heute als bi-nationaler Meilenstein im europäischen Einigungswerk gelten kann. Anlässlich des anstehenden Jubiläums dieses deutsch-französischen Freundschaftsvertrags im Januar 2013 veröffentlichte die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft e.V. Anfang Dezember einen EssayBand mit dem Titel „Ma France – Dresdner Studenten schreiben über Frankreich“. Die von Professor Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom und der Germanistik-Masterstudentin Vivian Fischer im Dresdner Verlag Hille herausgegebene Anthologie versammelt ausgewählte Texte von Studenten der TU Dresden.

Im Rahmen seiner Abschiedsvorlesung ließ Prof. Kolboom, Inhaber des Lehrstuhls „Frankreichstudien und Frankophonie“ an der TU Dresden von 1994 bis 2012, seine Studenten einen persönlichen Essay über ihre Begegnung mit Frankreich und ihre damit verbundenen Gedanken schreiben. Es entstanden mehr als 50 Texte von um die Wende geborenen jungen Menschen. Daraus wählten die Herausgeber 36 Essays aus. Ein informativer und aktueller Anhang zu den deutsch-französischen Beziehungen ergänzt das deutschsprachige Buch mit einem Umfang von 230 Seiten, zum Ladenpreis von 10 Euro.

Die Gedanken einer neuen deutsch-französischen Mittler-Generation sollen das im Jahre 2013 stattfindende Jubiläum des Élysée-Vertrags begleiten, vor allem aber einige originelle Seitenblicke auf das Freundesland Frankreich außerhalb offizieller Jubiläumsdiskurse gestatten. Das Buch wird ab Januar bei verschiedenen Gelegenheiten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Inhalt

Detailliertes Inhaltsverzeichnis

Inhaltsübersicht
Zum Geleit
Maurice Gourdault-Montagne: Botschafter der Französischen Republik in Deutschland
Vorworte der Herausgeber (als PDF)
Ingo Kolboom: Geboren 1947 – Gedanken eines Adenauer-de Gaulle-Enkels
Vivian Fischer: Geboren 1990 – Gedanken eines „Wendekindes“

Kapitel I
Nicht nur eine Frage des Élysée-Vertrags

Christoph Weferling: Am Anfang stehen immer wieder Mut und Wille
Veronika Lechner: I love Paris“ – und Sie?

Kapitel II
„Die Zukunft ist eine lange Vergangenheit“

Michael Hiemke: Am Atlantikwall. Oder: Ob die Bunker ihren Beton wohl loswerden?
Christoph Schmidt: Nachdenken über Deutschland
Michelle Naumann: An einem Tag in Verdun

Kapitel III
Erste Begegnungen
Als wär’s ein Stück von mir
Helenie Mende: Ein Brief an Frankreich
Jennifer Berndt: Wie eine Artischocke einen Traum wahrmachte
Anna Lisa Sonnenberg: Mein Frankreich – Ja, ich will!
Carina Ulbrich: Plötzlich war alles nicht mehr so klein
Doreen Arnold: Zeitreisen
Samira Kretschmer: Zwei Gesichter eines Landes
Steffi Eberlein: Und am Anfang stand „Arthur“
Anja Harke: Von Wichteln und Kobolden. Oder: Wie ich auf Frankreich kam:Stefan Drabek: Meine ersten Wege ins französische Leben. Oder: die Korrektur falscher Wörter
Luisa Gebauer: Mein Frankreich – ein kubistisches Gemälde?
Paul Berger: „ …Und doch bin ich bei dir zu Hause“
Ode an Paris – aber nicht nur
Gabriel Deinzer: Flanieren ist nicht spazieren gehen
Anna Rädisch: Der Zauber des Anfangs
Claudia Berndt: Von der Bastille zum Französischstudium
Caroline Heinz: Ein musikalischer Flirt
Stephanie Blodig von Sternfeld: Vivre la vie!
Andere Himmelsrichtungen
Henrike Anders: Vive la France! Breizh atao!
Ina Seitz: Un p’tit coin d’paradis
Renée Theesen: Unter dem Himmel von Marseille
Laura Braune: „Down Under“

Kapitel IV
Denk’ ich an Frankreich

Nico Berthold: „Gegen Fernweh hilft nur das Heimweh“
Nadja Gehrmann: Wie ein offenes Gefäß
Therese Adam: Meine kleine Klischeelandreise
Daniela Müller: Frankreich – ein Film
Anna Ludewig: Spinnen sie, die Franzosen? 
Eine verzögerte Liebeserklärung
Maxie Borchardt: Warum ich über Frankreich nachdenke
Maria Sophie Nöhrhoff: Das Land, wo ich den Wind hören kann …
Maike Schrickel: Denk’ ich an Frankreich …

Kapitel V
Aus(sen)-Blicke

Phuong Nha Luong Thi: Mit einem Kreuzchen fing alles an …
Maryna Marchenko: Mein Weg nach Frankreich
Lisa M. Davidson: Eine Sprache, ein Mann – oder was?

Anhang
Gilbert Ziebura: Lehren der Geschichte
Josef Müller-Marein: Das Gebet von Reims. Konrad Adenauers Reise durch Frankreich (1962)
Charles de Gaulle: Ansprache an die deutsche Jugend (1962)
Der Élysée-Vertrag: Die Gemeinsame Erklärung / Der Vertrag
Gemeinsame Erklärung zum 40. Jahrestag des Élysée-Vertrags vom 22. Januar 2003
Deutsch-französische Agenda 2020 des deutsch-französischen Ministerrats vom 4. Februar 2010
Weiterführende Hinweise
Zitate
Fotonachweise
Autorenverzeichnis
Die Herausgeber

 

 

 

 

Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V., liebe Frankreichfreunde, Liebe Mitstreiter in den deutsch-französischen Beziehungen, Liebe Literaturliebhaber,

Es ist soweit: Die versprochene erste Veröffentlichung unserer Gesellschaft aus Anlass des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags ist erschienen!

Sie suchen für Ihre Lieben und Freunde oder gar für sich selbst noch ein Weihnachtsgeschenk? Eines, das an einem gemütlichen Winterabend pure Lesefreude bereitet? Und darüber hinaus Ihre Seele Richtung Frankreich öffnet? Eines, das zum 50. Jubiläum des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags nicht Politiker und Experten, sondern 36 junge Menschen, die um die Wende herum geboren sind, mit ihren sehr persönlichen Frankreicherfahrungen zu Wort kommen lässt und das Ihnen darüber hinaus noch viele andere Lese-Informationen liefert?

Dann möchten wir Ihnen unsere Neuerscheinung ans Herz legen:

MA FRANCE - DRESDNER STUDENTEN SCHREIBEN ÜBER FRANKREICH Herausgegeben von Ingo Kolboom und Vivian Fischer Eine Veröffentlichung der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.

anlässlich des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags Druckerei & Verlag Hille, Dresden 2013 ISBN 978-3-939025-32-0 Taschenbuch, 230 Seiten, 10,00 EUR

Nähere Angaben entnehmen Sie bitte den beiden Flyern:
Vorderseite
Hinterseite.

Wir haben diese erste Buchveröffentlichung der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V. übrigens ohne öffentliche Mittel finanziert, allein private Hilfe ermöglichte das Erscheinen dieses Werkes, das Sie für nur

10,00 EUR erwerben können, entweder im Buchhandel oder direkt beim Verlag:

http://www.hille1880.de/buchshop/kontakt.php

 

Wir wünschen Ihnen eine heitere Adventszeit und frohe Weihnachten.

Bien cordialement / Herzliche Grüße / Gwellañ gourc´hemennoù

Ingo Kolboom

Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V

UPDATE!

Die Bretagne in handlicher Buchform. Der Kiwi Verlag hat zum 12.03.2012 ein neues Buch über Kommissar Dupin auf den Markt gebracht.

Ein unwiderstehlicher Krimi aus der hochsommerlichen Bretagne – ein neuer Kommissar betritt die Bühne: Georges Dupin

Ein merkwürdiger Mord in französischer Sommeridylle, eine große Familientragödie und ein verblüffendes Geheimnis – willkommen in der Bretagne!Der erste Fall für Kommissar Dupin, eigensinniger Pinguinliebhaber und koffeinabhängig, gebürtiger Pariser und zwangsversetzt ans Ende der Welt. An einem heißen Julimorgen kurz vor der Hochsaison geschieht im pittoresken Künstlerdorf Pont Aven ein mysteriöser Mord: Pierre-Louis Pennec, der hochbetagte Inhaber des legendären Hotels Central, das schon Gauguin und andere große Künstler beherbergte, wird brutal erstochen. Wer ermordet einen 91-Jährigen und warum? Was ist in den letzten Tagen des Hotelbesitzers vorgefallen? Als kurz darauf eine zweite Leiche an der bretonischen Küste aufgefunden wird, realisiert Georges Dupin, dass er es mit einem Fall ungeahnten Ausmaßes zu tun hat. Währendsich der Druck von Seiten der Öffentlichkeit verschärft und die kapriziösen Dorfbewohner beharrlich schweigen, begibt sich Dupin auf die Suche nach dem Mordmotiv – und kommt im Dickicht der bretonischen Verhältnisse einem spektakulären Geheimnis auf die Spur …Ein Kommissar von Maigret-Kaliber; ein Kriminalroman voller überraschender Wendungen, hochspannend, feinsinnig und klug. Durchzogen von hintergründigem Humor und dabei atmosphärisch so eindrücklich, dass man als Leser sofort selbst durch die engen Gassen des Dorfes flanieren, die Atlantikluft riechen und über die bretonischen Eigenarten schmunzeln möchte. Eine Krimisternstunde – nicht nur für Frankreichfans!

»›Bretonische Verhältnisse‹ ist ungewöhnlich spannend, voller Atmosphäre, mit einem grundsympathischen Ermittler, dessen Ecken und Kanten den Leser sofort für ihn einnehmen.« (Tilman Spreckelsen, Redakteur der FAZ)

»Ich habe die Bretagne, wie ich sie kenne und liebe, darin wiedergefunden. Einen nächsten Band würde ich mir sofort kaufen.« (Andreas Eschbach)

Ich hatte die Gelegenheit, bereits ein Vorexemplar zu lesen und muss sagen, es ist ein atmosphärischer Krimi, der sich sehr gut lesen lässt.

Unser Gewinnspiel:

Zuerst danken wir dem Verlag Kiepenheuer Witsch GmbH & Co KG für sein Engagement, der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V 5 Exemplare zur Verfügung zu stellen. UPDATE: Vor wenigen Tagen informierte uns Der Audio Verlag GmbH, dass Sie uns 5 Hörbücher (Audio-CDs), gesprochen von dem Schauspieler Gerd Wameling, zur Verfügung stellen. Ganz lieben Dank dafür!

Bitte schreiben Sie uns dafür über unser Kontaktformular, was Sie an der Bretagne interessant finden.

Kennwort: "Gewinnspiel: Bretonische Verhältnisse"

Einsendeschluss ist der 16.April 2012

Teilnahmebedingungen siehe unten.

 

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Jean-Luc Bannalec

Bretonische Verhältnisse
Ein Fall für Kommissar Dupin
ISBN: 978-3-462-04406-5
Erscheinungsdatum: 12. März 2012
304 Seiten, Broschur
Lieferbar Euro (D) 14,99 | sFr 21,90 | Euro (A) 15,50

 

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Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse. Ein Fall für Kommissar Dupin
Gekürzte Lesung mit Gerd Wameling
5 CDs | 400 min
19,99 Euro | CH 30,50 SFr
ISBN 978-3-86231-155-2
Erscheinungstermin: 1. April 2012

mehr Informationen...

Teilnahmebedingungen:

Mit der Teilnahme an diesem Gewinnspiel akzeptiert der Benutzer diese Teilnahmebedingungen. Veranstalter dieses Gewinnspiels ist die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft e.V. Das Gewinnspiel findet im Zeitraum vom 12.03.2012 bis zum 16.04.2012 statt. Die Teilnahme ist nur über das Kontaktformular auf www.sachsen-bretagne.de möglich.


Pro Person ist nur eine Teilnahme möglich. Die Gewinner werden per Los ermittelt und bis zwei Wochen nach Ende des Gewinnspiels per Email benachrichtigt.

Zur Teilnahme berechtigt sind Personen mit Wohnsitz in Deutschland, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Eine Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ihre persönlichen Daten werden ausschließlich zur Ermittlung und Benachrichtigung im Gewinnfalle erhoben und nur bis zum Ende des Gewinnspiels gespeichert. Ihre Daten werden zu keinen anderen als diesen Zwecken verwendet. Weitere Hinweise zur Speicherung Ihrer Daten erhalten Sie in unserem Impressum unter „Datenschutz“.

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Zur vergrößerten Ansicht bitte auf das Bild klicken!

Soeben ist eine neue Ausgabe der "Dresdner Hefte. Beiträge zur Kulturgeschichte" mit dem Themenschwerpunkt "Frankreich und Sachsen - Spurensuche in Dresden" (104 Seiten) erschienen.

Es enthält den Einführungsartikel "Dresden - Sachsen - Frankreich. Mehr als eine Erinnerung?", in dem natürlich auch die sächsisch-bretonische Regionalpartnerschaft und unsere Gesellschaft erwähnt wird.

Sie finden das Heft in allen guten Dresdner Buchhandlungen (Preis nur 4 €).

Hier der Link und das Titelbild zur aktuellen Ausgabe:

Dresdner Hefte

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Unserer bretonische Schwestergesellschaft Association Saxe-Bretagne (AFA) hat eine neue Ausgabe des Bulletins "Entre Ille et Elbe" herausgebracht! Viel Spaß bei der Lektüre.

Der Schriftsteller und Musiker Frank Darcel berichtet auf seinem Blog über seinen Sachsen- Besuch anlässlich des "Literarischen Rendezvous Sachsen-Bretagne" der SBG in Dresden. Diesen eindrucksvollen Rückblick wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Lassen Sie sich von den literarischen Zeilen in französischer Sprache verwöhnen und gestatten Sie sich einen Lese-Besuch auf dem Blog von Frank Darcel: http://www.frankdarcel.com/no-ar/saxe-appeal.html !

Den Text im pdf-Format finden Sie hier.

Lassen sie sich verzaubern von Gedichten in Bretonisch, Französisch und Deutsch des in Dresden lebenden bretonischen Künstlers Antony Heulin. Erfahren sie hier mehr über den Dichter!

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WARSCHAUERBRÜCKE (französisch-deutsch)
WARSCHAUERBRÜCKE (bretonisch)
LES NENUPHARS - DIE SEEROSEN (französisch-deutsch)
TULEOU-DOUR (bretonisch)

Paol Keineg – bretonischer Poet und Dramaturg

 

Paol Keineg gehört zu den zahlreichen Autoren, deren Werke weit über die Grenzen der Bretagne bzw. auch Frankreichs bekannt sind, wie z.B. von Chateaubriand, Lamennais und Renan, Tristan Corbière und Alain Robbe-Grillet. Einige seiner Gedichte wurden u.a. ins Deutsche, Englische, Spanische, Italienische, und Japanische übersetzt.                   

 

Was aber kennzeichnet die bretonische Literatur? Woran erkennt man einen bretonischen Autor?  Ist der Geburtsort in der Bretagne für einen Schriftsteller entscheidend oder ist es das Hauptaugenmerk dieser Literatur allein an Orte und Personen dieser Landschaft gebunden zu sein?[1]

Auf Paol Keineg treffen beide Merkmale zu. 1944 in Quimerc’h  (Finistère) geboren, verwendet er in einigen seiner Bücher Elemente der bretonischen Kultur und Landschaft. Vorwiegend hat Keineg seine Bücher in den letzten Jahren auf Französisch verfasst, vereinzelt auch auf Bretonisch. In den 70er Jahren schließt er sich der Bewegung  Défense de cracher par terre et de parler breton[2]  unter Yann-Ber Piriou an und veröffentlicht sein Gedicht Chroniques et croquis des villages verrouillés (1971)  sowohl auf Bretonisch und als auch auf Französisch.[3]

Doch diese Fakten reichen nicht aus, um zu beschreiben, was einen bretonischen Autor ausmacht. Viel mehr spielt bei Paol Keineg auch sein Interesse für den keltischen Kulturkreis und dessen Mythen eine wichtige Rolle. Seit 1981 lebt Keineg in den USA und lehrt derzeit Französisch an der Duke University in North Carolina. Sein Interesse für die Bretagne ist jedoch ungebrochen. Er setzt sich auch  weiterhin in seinen Werken mit der keltischen Kultur und der Bretagne auseinander (Là et pas là, 2005).[4]



[1] Dieser Absatz stützt sich auf: Piriou, Yann-Ber, Die Literaturen in der Bretagne von 1789 bis in die Gegenwart. In: Breizh. Bretagne, Kassel: Brüder Grimm Museum, 1993, S.117-137.

[2] « Défense de cracher par terre et de parler breton «  -   zweisprachige Gedichtsammlung (1971) von Yann-Ber Piriou , dessen Titel namensgebend für die literarische Bewegung war. In: Broudic, Fañch: Défense de cracher par terre et de parler breton ? , in : www.langue-bretonne.com

[3] ebd.

Yann-Ber Kalloc’h/Yann-Ber Calloc’h

frz. Jean-Pierre Calloc’h

alias Bleimor

(21.07.1888 – 10.04.1917)

Seit der Abtretung des bretonischen Herzogtums an die französische Krone 1532 und insbesondere seit der Revolution 1789, die ein einheitliches Frankreich, in dem es nur französische Staatsbürger geben sollte, propagierte, ist eine spezifisch bretonische Identität weitgehend zurückgedrängt worden und muss bis heute mühsam wieder erlangt werden.

Man kann sich leicht vorstellen, dass vor diesem Hintergrund nicht ohne Schwierigkeiten von einer ‚bretonischen Literatur’ gesprochen werden kann. Zwar hat es im 19. Jahrhundert Bretonen gegeben, die herausragende und bekannte Autoren geworden sind, aber diese gingen als französische Schriftsteller im literarischen Kanon Frankreichs auf. Andere Dichter wiederum, die sich seinerzeit ebenfalls der Staatssprache bedienten, aber deren Texte von einem bretonischen Lebensgefühl bestimmt wurden, konnten nicht die nötige literarische Qualität und Wirkung entfalten und wurden später nicht mehr gelesen.