Am 25. und 26. Februar 2010 fand an der École Nationale Supérieure de Chimie in Rennes (ENSCR) ein erstes gemeinsames Symposium der in der Université européenne de Bretagne (UEB) vereinten bretonischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie der Universität Leipzig, der TU Chemnitz und der TU Dresden statt. Initiiert wurde dieses sächsisch-bretonische Wissenschaftlersymposium vor zwei Jahren von der Association Saxe-Bretagne und der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V. Als Auftaktveranstaltung einer sächsisch-bretonischen Veranstaltungsreiche unter der übergreifenden Thematik "Global Challenges for Sustainable Development" konzentrierte sich das Symposium auf das Thema "Sustainable Chemistry and Related Areas". Von den drei sächsischen Universitäten nahmen insgesamt 19 Hochschullehrer und 13 Doktoranden mit Vorträgen und Posterpräsentationen bei. Ziel ist die Identifizierung und der Ausbau gemeinsamer Forschungsschwerpunkte für die Entwicklung deutsch-französischer bzw. europäischer Forschungsprojekte. Zu den Förderern gehörten unter anderem der Regionalrat der Bretagne, die Stadt Rennes, das Ministère de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Deutsch-Französische Hochschule, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Kulturell umrahmt wurde die Veranstaltung von einer beeindruckenden Ausstellung der Fotografen Michel Ogier (Rennes) und Thomas Scheufler (Dresden), organisiert von der Association Saxe-Bretagne und der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft. Den bretonischen Partnern gilt unser Dank für die ausgezeichnete Organisation und den überaus herzlichen Empfang. Das ganze Programm ist nachzulesen unter der Internetadresse: http://bretagnesaxe2010.ueb.eu/ Dazu gibt es auch schöne Bilder: http://web.ueb.eu/Divers/PortfolioSaxe/


Dr. Sylvia Richter (Leipzig)
Vorstand der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.

Conférence au cercle franco-allemand de Rennes, 1er mars 2007

Ingo Kolboom, Professeur d'histoire et de civilisations francophones à l'Université Technique de Dresde, Président de la Société Saxe-Bretagne

 

« A quoi sert une Région ? »

Poser une telle question sur le sol breton peut paraître au premier abord aussi absurde comme si on demande à un marin « à quoi sert la mer « ? ou à un Bavarois « à quoi sert la Bavière « ?
Mais laissons de côté pour un moment nos empathies personnelles et abordons cette question de tête froide.
Dans un pays de tradition jacobiniste l’identité régionale avait du mal à se voir acceptée parmi les vertus républicaines donc nationales. Aux premiers abords politiques et idéologiques, on fut tout d’abord Français, après, on était toujours Français, avant de dévoiler son attachement à une souche régionale.
Quelle différence avec l’Allemagne ! ce pays formé dès 1871 à partir d’une multitude de pays indépendants, même de plusieurs royaumes, disposant d’une forte identité régionale voire nationale. Le Royaume de Saxe, où la France avait sa propre ambassade, n’a disparu qu’en 1918, avec d’autres royaumes comme celui de la Prusse, celui du Wurtemberg et de la Bavière.
Le centralisme allemand qui se voulut fossoyeur des particularismes fut une mouvance très jeune et de vertu politique pitoyable : ce furent le national-socialisme du IIIe Reich et le communisme de la RDA qui essayaient de mettre à plat la tradition du con-fédéralisme respectivement du fédéralisme allemand pour mettre à leur place un pays « un et indivisible ».

Regionenbezogene Identifikationsprozesse in Sachsen und in der Bretagne,
Vortrag von Steffen Sammler während seiner Aufenthalt am 19.- 20. November 1999 in Rennes

veröffentlicht im ZHS/SFB-Info Nr.4/99

Eine französische Forschergruppe des Centre de Recherche Historique sur les Sociétés et Cultures de l’Ouest Européen (CRHISSCO) an der Universität Rennes lud  Mitglieder des SFB 417 für den 19.und 20. November zu einer gemeinsamen Diskussion über die Erforschung von Identifikationsprozessen in den beiden Regionen ein. Der finanziellen Unterstützung durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst ist es zu danken, dass eine große Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des SFB an der Arbeitstagung in Rennes teilnehmen konnte. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit unter sachkundiger Führung durch Michel Lagree einen Blick in die Arbeitsvorhaben des CRISCO zu werfen, zu denen u.a. ein Historischer Atlas der Bretagne zählt. Sie lernten die jeweiligen Strategien der Forschungszentren kennen, die von Gilbert Nicolas für die Bretagne und Heinz-Werner Wollersheim für Sachsen in einführenden Referaten vorgestellt wurden.

Die Präsentation von Fallstudien eröffneten Roger Dupuy und Steffen Sammler mit Beiträgen zum Übergang des territorialen Ständestaates des Ancien Régime in die Moderne, die ein regionales Bewußtsein der jeweiligen Bewohner herausbildete. Dupuy brachte den Prozess auf die griffige Formulierung: „Von der Bretagne der Stände zur Erfindung des bretonischen Volkes.“ Letzterem widmete sich Cathrin Friedrich, die in einer vergleichenden Perspektive der Konstruktion von regionaler Identität in der jeweiligen Historiographie nachspürte. Sie legte den Grundstein für eine intensive Debatte über das Verhältnis von geschichtlicher Entwicklung und ihrer nachträglichen (Re)Konstruktion in der Geschichtsschreibung. Die Herausforderung der gesellschaftlichen Modernisierung, des 19. und 20. Jahrhunderts, vor die die regionalen wirtschaftlichen Eliten gestellt waren, nahmen Gérard Le Bouedec, Jacqueline Sainclivier und Thomas Keiderling zum Anlass, unterschiedlichen Lösungen und zeitlichen Phasenverschiebungen in beiden Regionen nachzuspüren. Michel Denis, Michel Nicolas und Wolfgang Fach stellten Strategien politischer Akteure vor, die darauf abzielen, regionale Identifikationsprozesse zu initiieren und zu festigen. Die Modifikationen traditioneller Kultur- und Konsumgewohnheiten im Modernisierungsprozess standen im Mittelpunkt der Vorträge von Yves Defrance, Daniel Le Couédic, Eva Göbel und Hannes Siegrist. Dabei wurde deutlich, dass die Rückbesinnung auf die Tradition und ihre Verknüpfung mit Elementen der Moderne zu innovativen Ergebnissen auf den Feldern von Architektur, Musik und Festkultur führen kann. Das Verhältnis von Bildung und regionaler Identifikation stand im Mittelpunkt einer ausführlichen Diskussion, die durch Referate von Gilbert Nicolas, Wolfgang Hörner, Hans-Martin Moderow und Heinz-Werner Wollersheim angeregt wurde. Dabei vollzog die deutsche Konsulin in Loirient den Brückenschlag in die Praxis des sächsisch-bretonischen Austauschs auf dem Bildungssektor.

Die Abschlussdiskussion, die von Matthias Middell moderiert wurde, widmete sich den Chancen und Problemen einer vergleichenden Betrachtung regionaler Identifikationsprozesse. Gerhard Brunn, der sich aus Siegener Perspektive an der Debatte beteiligte, wies auf die Notwendigkeit hin, die Herausbildung regionalen Bewußtseins quer zu administrativen Grenzen zu verfolgen. In diesem Zusammenhang verwies Michel Nicolas auf die Perspektiven kultureller und wirtschaftlicher Entwicklung über die Grenzen des Nationalstaates hinaus am Beispiel des atlantischen Bogens .
Alain Coulon, verwandelte die Last des Übersetzers zuweilen in die Freude des Kommentators, der aus der Sicht des Philosophen einiges zur Diskussion beizutragen wußte.
Den bretonischen Gastgebern sei nicht zuletzt dafür gedankt, dass sie ihre Gäste aus Sachsen mit der Brisanz des Themas in der politischen Kultur und im Alltag durch die Diskussion mit lokalen und regionalen Politikern vertraut gemacht und in die kulinarischen und musikalischen Besonderheiten ihrer Region eingeführt haben. Die Tagung bot vielfältige Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte, die die zukünftige Arbeit des SFB 417 aus einer vergleichenden Perspektive bereichern werden.

Erfahren Sie mehr über den Sonderforschungsbereich der Universität Leipzig zum Thema "Regionenbezogene Identifikationsprozesse" unter:http://www.uni-leipzig.de/~sfb417/Programm.html

 


Alle bretonische Universitäten und Hochschulen nehmen an Kooperationen mit sächischen Einrichtungen teil. Es werden vor allem Austausche von Studenten, Lehrkräften und Forschern organisiert.

 

Offizielle Partnerschaften und Kooperationen

 

  • Partnerschaft zwischen der Universität Rennes II und der Universität Leipzig
  • Partnerschaft zwischen der Universität Rennes I und dem Internationalen Institut von Zittau (in den Forschungsgebieten: Zoologie und Ökophysiologie) sowie der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau (im Forschungsgebiet: Physik)
  • Kooperation zwischen der IUT von Lannion und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Mittweida (im Forschungsgebiet: Optronik)
  • Partnerschaft zwischen der ENSC (Ecole Normale Supérieure de Chimie) von Rennes und der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau (in den Forschungsgebieten: Organische Chimie und Umwelt) sowie der Technischen Universität Dresden.
  • Partnerschaft zwischen der INSA (Institut National des Sciences Appliquées) von Rennes und der  Technischen Universität Dresden (im Forschungsgebiet: Informatik) sowie der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau (im Forschungsgebiet: Bauingenieurwesen)
  • Partnerschaft zwischen der IEP (Institut d’Etudes politiques) von Rennes und der Universität Leipzig (seit 1993) sowie der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau (seit 1997)
  • Partnerschaft zwischen der ESC (Ecole supérieure de Commerce) von Rennes und der Technischen Universität Dresden
  • Partnerschaft zwischen der Université de Bretagne Sud und der Technischen Universität Chemnitz-Zwickau (in den Bereichen : Marketing, Fremdsprachen, Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft sowie Chimie)
  • Partnerschaft zwischen der ENST (Ecole Nationale Supérieure des Télécommunications de Bretagne) und der Deutschtelekom Schule in Leipzig sowie der Technischen Universität Dresden
  • Zusammenarbeit der Dresdner Seniorenakademie Wissenschaft und Kunst mit der Université de Temps Libre de Bretagne