Dr. Michael Krause, Studienreiseleiter, Dresden

Herrliche alte Städte hat die Bretagne zu bieten, ganz besonders malerische liegen an den Ufern des Atlantik und des Ärmelkanals, wie Concarneau, Roscoff, Brest oder St. Malo. Ihre festen, grauen Steinhäuser aus einheimischem Granit und – wie in St. Malo oder Brest – gewaltige, schützende und bis heute begehbare Stadtmauern oder furchteinflößende Zitadellen sind imponierende Zeugen einer Zeit, in der man hierzulande nicht nur Stürmen und Naturgewalten, sondern noch häufiger vielleicht den Angriffen möglicher Eroberer standhalten musste. Unendlich lang scheint die durch Felsbuchten und kleinen Inseln, schroffe Klippen, Felsenküsten mit rauen bis sanften Landzungen und immer wieder einladende, sandige Badebuchten geprägte bretonische Küste zu sein. So ist es nicht verwunderlich, dass die durchaus raubeinig und mitunter etwas verschroben wirkenden Einwohner – liebevoll und durchaus treffend beschrieben und charakterisiert in den Kriminalromanen eines Jean-Luc Bannalec (alias Jörg Bong) – die bei näherem Kennenlernen hilfsbereit, nett und gastfreundlich sind, aus den Tiefen ihrer Geschichte heraus eine starke und innige Verbindung zum Meer haben. Aus der Bretagne kamen und kommen Frankreich erfahrenste Seeleute, viele bedeutende Fischereizentren sind hier ansässig und schon in früheren Zeiten griffen Herrscher, Könige und Minister Frankreichs gern auf Personal aus der Bretagne zurück, wenn es um maritime Belange ging. Bis zur Französischen Revolution entwickelte sich der Landesteil zur wichtigsten Seeprovinz Frankreichs. Doch was wären die Seefahrt und ihre Historie ohne die vielen – nicht immer hundertprozentig glaubwürdigen – Geschichten und Anekdoten um maritime Erlebnisse, Seeschlachten, Schätze und natürlich Piraten. Kein Wunder auch, dass die meisten der französischen Seefahrer-Legenden und berühmten Kapitäne in der Bretagne beheimatet sind…

Während im „Goldenen Zeitalter der Piraten“, im 17.und 18. Jahrhundert, vor allem Briten und Holländer in der Karibik als Freibeuter und Jäger spanischer Schatzschiffe von sich reden machten und berühmte Franzosen wie der als besonders grausam bekannte François l’Olonnais (1630 – 1669), der aus der der Bretagne benachbarten Region Vendée stammte, eher die Ausnahme waren, kennt die lokale Geschichte Nordfrankreichs und die der Seefahrt in der Region schon lange vorher, aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges gegen England und kurz danach berühmte bretonische Piraten, wie die als „Tigerin der Bretagne“ bezeichnete Anführerin Jeanne de Belleville aus dem 14. Jahrhundert oder den „König der Meere“ im 15. Jahrhundert, den aus Morlaix stammenden Jean Coatanlem.

Dann jedoch nutzte der französische König das „maritime Potential“ seiner im 16. Jahrhundert angegliederten westlichen Provinz und stattete die wagemutigen Seefahrer mit Kaperbriefen aus, so dass sie Krieg zur See gegen Frankreichs Feinde führten, mit Rückendeckung der französischen Krone. Besonders die „Stadt aus Granit“ St. Malo hat von daher den Ruf eines einstigen „Korsarennestes“ und vor allem in den zahlreichen Konfrontationen mit der auf der anderen Seite des Ärmelkanal liegenden Seefahrernation England festigte sich der Ruf der Bretonen und ihrer Seeleute als „Schrecken der Engländer“. St. Malo trägt bis heute ihren Beinamen als Korsarenstadt mit Stolz, verehrt die von hier entsandten Freibeuter als Helden und war ja sogar im Verlauf ihrer wechselvollen Geschichte einige Zeit als Republik unabhängig (vgl. dazu http://www.sachsen-bretagne.com/index.php/bretonisches-kaleidoskop-mainmenu-201/262-saint-malo-eine-stadt-aus-granit-auferstanden-aus-ruinen)

Nicht wenige der als „Korsaren“ – dem romanischen Wort für „Kaperfahrer“ – bezeichneten bretonischen Kapitäne kamen zu Reichtum und Ansehen, einige wurden später in den Marine- und Staatsdienst übernommen. Zu den bekanntesten gehört René Duguay-Trouin (1673 – 1736), Sohn eines Reeders aus St. Malo. Er übernahm schon sehr jung das Kommando über ein eigenes Schiff und zeichnete sich durch viele erfolgreiche Kaperfahrten aus. Die Eroberung des für uneinnehmbar gehaltenen Rio de Janeiro und die reiche Beute seiner Expeditionen, an der jeweils der französische König einen Anteil erhielt, bescherten ihm zahlreiche Auszeichnungen wie die Erhebung in den Adelsstand und sorgten dafür, dass er nicht nur zum Geschwaderchef und ab 1728 sogar zum französischen Admiral ernannt wurde, sondern auch für seine Berufung in den Staatsrat der Krone. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten Seehelden der Nation, immer wieder werden Kriegsschiffe und in Kürze auch ein Atom-U-Boot einer neuen Kampfklasse nach ihm benannt.

Noch bekannter wurde der mit Duguay-Trouin verwandte Robert Surcouf (1773 – 1827), ebenfalls aus St. Malo. Sein Leben bzw. einzelne Episoden daraus wurden mehrfach verfilmt, selbst Karl May hat ihm in seinen Erzählungen ein literarisches Denkmal gesetzt – in seiner Novelle „Robert Surcouf – ein Seemannsbild“ (1882) und als Kaperkapitän in der Erzählung „Halbblut“ (1889).

Surcouf machte bei Kaperfahrten vor allem gegen England reiche Beute und wurde zwischendurch in seiner Heimatstadt St. Malo ein geachteter Bürger, erfolgreicher Geschäftsmann und Schiffsausrüster, dem man später auf der breiten Promenade der Befestigungswerke von St. Malo ein bronzenes Denkmal setzte. Einen Namen machte er sich auch in den französischen Revolutionskriegen und der napoleonischen Zeit als Blockadebrecher der britischen Kontinentalsperre gegen Napoleon. Die britische Regierung setzte zeitweise auf ihn, der in Frankreich als „Geißel der Engländer“ gefeiert wurde und dessen bloßes Erscheinen auf einem Seekampfplatz 1808 im Indischen Ozean ausreichte, dass das britische Geschwader die Flucht ergriff, als Surcoufs Schiff erkannt wurde, ein Kopfgeld von fünf Millionen Franc auf ihn aus.

Seine Kaperfahrten bescherten ihm solch umfangreiche Beute, dass er als einer der reichsten Bretonen galt und aus seinem Reichtum auch keinen Hehl machte, obwohl nicht alle Unternehmungen als Schiffseigner erfolgreich verliefen. Eine Anekdote erzählt von Surcoufs Begegnung mit Napoleon Bonaparte, bei der der Kaiser dem Kaperkapitän ein hohes Kommando in der Marine anbot. Surcouf lehnte ab und Napoleon verwies auf die horrenden Verdienstmöglichkeiten. Der Korsar soll darauf gesagt haben, er sei bereits so reich, dass er den Boden seines Arbeitszimmers mit von Napoleon herausgegebenen Goldmünzen gepflastert habe. Als der verärgerte Kaiser daraufhin meinte, „das ist aber Verrat, denn da treten Sie mir beständig auf den Kopf!“, soll Surcouf trocken entgegnet haben: „Nein Majestät! Es sind so viele Münzen, dass ich sie auf den Rand gestellt habe!“ Auch dieser erfolgreiche bretonische Kaperkapitän ist seither in der Geschichte der französischen Marine Namenspatron zahlreicher Kriegsschiffe geworden - zuletzt für eine Fregatte der französischen Kriegsmarine. Ein Nachbau von Surcoufs achtem und letzten Kaperschiff „Le Renard“ liegt heute im Hafen von St. Malo.

Das Ende der napoleonischen Herrschaft nach der Niederlage bei Waterloo und verschiedene Neuerungen jener Zeit in den Marinen der Nationen beendeten schließlich das große Zeitalter der Piraten und Korsaren. Allerdings gibt es bis heute in St. Malo die Korsaren-Kutter Vereinigung, die – übrigens von dem nach dem Korsaren Duguay-Trouin benannten Kai aus – den Nachbau von Surcoufs Schiff verwaltet und im Sommer mit Touristen auf Küstenfahrt geht
(Link: http://www.etoile-marine.com )

 

 

 

Links: Surcouf-Denkmal auf der Stadtbefestigung von St. Malo. Foto: Dr. Krause

Rechts: Nachbau von Surcoufs Kaperschiff „Le Renard“. Foto: Jean Rémi. © Rémi Jouan, CC-BY-SAGNU Free Documentation LicenseWikimedia Commons

 

Dr. Michael Krause, Studienreiseleiter, Dresden

Nantes, die „historische Hauptstadt und Residenz der Herzöge der Bretagne“, ist heute zwar der Hauptort der nach dem Zweiten Weltkrieg neu geschaffenen Region Pays de la Loire und damit verwaltungstechnisch von der geschichtsträchtigen Bretagne abgetrennt, aber durch ihre Rolle in der Geschichte bleibt die Stadt nach wie vor „typisch bretonisch“ und fehlt daher auch in keinem Reiseführer zur Bretagne. Eine andere Lesart würde auch Verwunderung auslösen, war der Ort mit seinem gewaltigen Schloss doch viele Jahre hindurch die Residenz der Bretagne und verlor seine große Bedeutung erst mit der Angliederung des Herzogtums an Frankreich zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Das Schloss der bretonischen Herzöge ist immer noch das eindrucksvollste Bauwerk dieser französischen Großstadt. Es wurde unter Herzogin Anne de Bretagne (1477 – 1514) zu einem der wichtigsten Herrscherorte Frankreichs – und auch später beherbergte es noch prachtvolle Hofhaltungen verschiedener französischer Könige. So hielt sich auch Henri IV hier auf, der in Nantes 1598 sein berühmtes Edikt unterzeichnete, das den Protestanten Religionsfreiheit zusicherte.

Gleich neben dem Schloss präsentiert sich die eindrucksvolle Kathedrale Saint-Pierre, überwiegend in französischer Spätgotik, im Flamboyant-Stil errichtet. Ihre insgesamt mehrhundertjährige Bauzeit (1434 – 1891) wird nur von wenigen europäischen Kirchen – wie z.B. dem Kölner Dom (1248 – 1880) – übertroffen. Das vielleicht bedeutendste der hier zu findenden Kunstwerke stammt aus der Renaissance: das Grabmal von Franz II., (1435 – 1488), dem Herzog der Bretagne, und seiner Gemahlin Margarethe von Foix. Es war ursprünglich die Grablege des Herzogs in der Nanteser Karmeliterkirche, die aber während der französischen Revolution abgerissen wurde. So bildet bis heute die Kathedrale von Nantes einen würdigen Rahmen für das einzigartige Kunstwerk, das nun im südlichen Seitenschiff beheimatet ist. Herrlich gestaltet aus schwarzem und weißem Marmor ist das Meisterwerk von den qualitätvollen Skulpturen der vier Kardinaltugenden Klugheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit umgeben.

Die Gestaltung von „Gisants“ – so der Fachterminus für besondere, plastisch gestaltete Darstellungen liegender Totenfiguren auf Sarkophagen oder Kenotaphen – geht vielleicht bis in die Antike zurück, tauchte aber erst im Hochmittelalter mit deutlicher ikonografischer Veränderung und zeitlich-geografischer Entfernung wieder auf. Dort jedoch wurde sie häufiger und sehr ausdrucksstark verwendet.

Der Skulpteur und Bildhauer Michel Colombe – verantwortlich auch für andere Marmorkunstwerke, die aber trotz ihrer Kunstfertigkeit zumeist nicht die Qualität und Ausdruckskraft des Herzogsgrabmals von Nantes erreichen – hat dieses grandiose Renaissance-Ensemble entworfen. Die bekanntesten Werke von ihm – zumindest die, welche die Wirren der Zeit überlebt haben - stammen aus seiner späten Schaffensperiode. Der in Bourges um 1430 geborene Meister schuf die meisten seiner Skulpturen in Tours, wo er seine letzten zwanzig Lebensjahre verbrachte.

Die Elemente seiner Darstellung des Herrscherpaares Franz II. und dessen Gemahlin Margarethe von Foix bestechen vor allem, neben der qualitätvollen Ausführung, durch ihre Detailtreue – geradezu besessen achtete der Künstler auf jede Kleinigkeit im Faltenwurf der Gewänder und bei der Herausarbeitung von Mustern auf der Kleidung oder angedeuteter Schmuckstücke. Durch diese detaillierte Gründlichkeit bei der Gestaltung von Gesichtsausdrücken und Handhaltungen, bei denen jedes Hautfältchen am richtigen Platz sitzt, ebenso wie genau herausgearbeitete Muskeln, Wangen und Handbewegungen, entsteht für den Betrachter echte Glaubwürdigkeit bezüglich des dargestellten Gefühls. So prägen sich sofort auch Einzelheiten wie die Fingergrübchen ein, durch die man glaubt, die Intensität des Gebets an den gefalteten Händen ablesen zu können, oder effekthaschend gelegte Haarlocken aus hartem Marmor, was den Darstellungen eine fühlbare Lebendigkeit verleiht.

Geschickt nutzt der Künstler – wie damals üblich – seine Fähigkeiten, um Allegorien bis hin zur Personifikation aufzubauen. So trägt seine Allegorie der Klugheit wohl auch nicht zufällig die Züge der Tochter des Herzogs, Anne de Bretagne. Eine ähnlich glaubhafte Lebensechtheit der dargestellten Szene erreichte Colombe, der 1515 in Tours starb, auch mit der Grablegung Christi, die er um 1496 für die Benediktinerabtei Saint-Pierre-de-Solesmes nahe der Stadt Le Mans in der historischen Provinz Anjou erschuf.

Hinweis: Zu Nantes schrieb Dr. Michael Krause 2014 einen Artikel im „Bretonischen Kaleidoskop“: http://www.sachsen-bretagne.com/index.php/bretonisches-kaleidoskop-mainmenu-201/268-nantes-historische-hauptstadt-und-residenz-der-herzoege-der-bretagne

 

Das Grabmal von Herzog Franz II. und seiner Gemahlin Margarethe von Foix in der Kathedrale Saint-Pierre in Nantes. Foto Dr. Krause.

Siehe auch Text und Fotos unter: https://fr.wikipedia.org/wiki/Tombeau_de_François_II_de_Bretagne

 

Dr. Michael Krause, Studienreiseleiter, Dresden

Zu den vermutlich archaischsten noch gesprochenen Sprachen der indogermanischen (indoeuropäischen) Sprachfamilie gehört das zum keltischen Zweig der indogermanischen Familie zählende Brezhoneg, das Bretonische. Die aktive Verwendung einer solchen keltischen Sprache im täglichen Leben gilt als Kriterium für die Einordnung des betreffenden Volkes unter die „keltischen Nationen“, von denen es derzeit sechs gibt – neben der Bretagne gehören Schottland, Irland, Wales, Cornwall und die Insel Man dazu. Interessanterweise gelten hierbei die Bretonen, wiewohl sie an der Nordwestspitze des französischen Festlands leben, als „Inselkelten“. Das hängt mit ihrer Herkunft zusammen, denn sie stammen nicht direkt von den Galliern ab, die seit den Gallischen Kriegen des Römischen Imperiums von Rom erobert und als Kolonien romanisiert worden waren, sondern von den Bewohnern der antiken Inselregion „Britannien“.

Obwohl die Römer nach 55/54 v.Chr. auch weite Teile des heutigen Großbritannien eroberten, zogen sich viele ihrer Herkunft nach keltische Stämme in die westlichen und nördlichen Gebiete der größten Insel Europas zurück. Zumindest den Nordteil eroberte Rom nicht, im 2. Jh. n.Chr. errichteten sie einen Limes, eine befestigte Grenze, den Hadrianswall. Auch im Südwesten – in Wales und Cornwall – blieben keltische Stämme bestehen. Mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches in der Völkerwanderung mussten sich die Keltenvölker Großbritanniens einer neuen Herausforderung stellen: Im 5. Jh. wanderten Stämme der Angeln, Warnen, Jüten, Sachsen und Friesen ein und es begannen – spätestens nach Rückzug der letzten Römertruppen, die zur Verteidigung des Weströmischen Reiches gegen andrängende Germanenstämme und Steppenvölker (z.B. die Hunnen) gebraucht wurden – die Kämpfe zwischen Germanen und Kelten um die Herrschaft in Britannien.

Schon seit der Bronze- und frühen Eisenzeit, erst recht seit den Zeiten der römischen Kolonisation, hatten rege Kontakte zwischen Britannien und seinen Keltenvölkern und den nach und nach romanisierten Kelten – Galliern – südlich des Ärmelkanals bestanden. Während sich in Britannien die Gebiete der einwandernden, noch heidnischen Germanenstämme immer weiter ausdehnten, wichen viele Kelten vor allem aus dem heutigen Wales und von der Halbinsel Cornwall, die damals bereits das Christentum angenommen hatten, auf das kontinentale Festland aus, auf die relativ dünn besiedelte, damals „Aremorica“ genannte Halbinsel aus.

Die immer größer werdende Zahl der Einwanderer von der britischen Insel brachte nicht nur das Christentum in den von ihnen besiedelten Landstrich, sondern auch ihre keltische Sprache und Kultur. Diese begannen sich auszubreiten und nach und nach die in Nordwestfrankreich entstandenen gallorömischen Besonderheiten aufzuheben. Die „Neusiedler“, die von der Insel auf das Festland kamen, gründeten nahezu überall ihre alte Heimat im jetzigen Siedlungsgebiet neu – das verraten nicht nur der Name Bretagne – „Britannien“ (und auch im Englischen als Groß- und Klein-Britannien bezeichnet) – sondern auch zahllose Ortsnamen im Nordwesten Frankreichs, wie z.B. der Name der traditionsreichen Halbinsel Cornouaille, Teil des heutigen Départements Finistère, deren Name nichts anderes als „Cornwall“ besagt – nur in französischer Schreibweise.

So wurden schon seit dem Anfang des nachchristlichen Jahrhunderts neue Königreiche von den Einwanderern aus dem Süden Großbritanniens gegründet – als erstes wohl das Königreich Armorica vom sagenhaften ersten Herzog und König der Bretagne Conan Mériadoc – und wenige Jahrzehnte später die bretonischen Königreiche Dommonée, Vannes und Cornouaille (West-Bretagne), von dessen ersten sagenhaften König Gradlon die bekannte Sage vom Untergang der Stadt Ys berichtet (siehe unseren Beitrag „Die Legende von Ys“).

Diese an mehreren Stellen erfolgten Gründungen keltischer Königreiche schalteten im 6. Jh. den gallorömischen Einfluss nahezu völlig aus und wurden schließlich zu einem Königreich zusammengefasst. Ihre Mundarten – getrennt vom aktiven Sprachgebrauch in Cornwall und Wales, möglicherweise auch doch noch beeinflusst durch Reste des vor der Römerzeit gesprochenen keltischen Idioms – gingen eigene Wege und entwickelten sich zu einer eigenständigen keltischen Sprache, die schon wenig später als Brezhoneg bezeichnet wurde.

Zwar unterwarf der Frankenkönig Karl der Große die neu entstandene bretonische Nation 799 und verleibte große Teile davon dem Frankenreich ein, doch gelang es dem bretonischen Grafen Nominoë um 845 den König des Westfrankenreiches zu besiegen und die Bretagne zu einem unabhängigen Herrschaftsgebiet zu machen. Die Uneinigkeit seiner Nachfolger jedoch und die starke Heermacht der benachbarten Normannen brachten der Bretagne nicht nur größere Gebietsverluste, im 10. Jh. mussten die Bretonen sogar zeitweilig die Oberhoheit der Normannen anerkennen.

Dennoch wurden die Bretonen wieder unabhängig und als Herzogtum Bretagne gelang es ihnen, noch für fast 500 Jahre eine Autonomie und teilweise sogar bedeutende militärische Position gegenüber der Normandie – seit der Schlacht bei Hastings 1066 auf das engste mit dem Königreich England verbunden – und Frankreich zu behaupten.

Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…

Die Migration der keltischen Britannier auf das Festland im 6. Jh. n.Ch. - Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f9/Britonia6hcentury.png/640px-Britonia6hcentury.png

Die bretonischen Königreiche im 9. Jh. n.Ch. - Quelle:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/27/Map_Kingdom_of_Brittany_845-867-de.svg/707px-Map_Kingdom_of_Brittany_845-867-de.svg.png

 

Literatur in der Bretagne - Ein Streifzug

Dr. Michael Krause, Studienreiseleiter, Dresden

Dass die Bretagne eine eigene Sprache hat, die zu den durchaus etwas „altertümlich“ erhaltenen des keltischen Zweiges der indogermanischen Sprachen gehört und mit dem Cornischen in Cornwall und dem Kymrischen in Wales verwandt ist, haben wir schon an anderer Stelle im „Kaleidoskop“ erwähnt (siehe http://www.sachsen-bretagne.com/index.php/bretonisches-kaleidoskop-mainmenu-201/260-die-sprache-der-bretonen). Aufgrund der Quellenlage lassen sich jedoch wirkliche altbretonische Schriften nicht genau rekonstruieren oder beschreiben, auch nicht die Ursprünge bretonischer Literatur. Aus der literarischen Frühzeit der Region lässt sich am ehesten indirekt etwas aus in Latein gehaltenen Schriften vor allem der Kirche und der Klöster oder aus Berichten der Nachbarn in altfranzösischer Sprache erfahren: Elemente der zahlreichen (keltischen) Überlieferungen rund um den Sagenkönig Artus wurden beispielsweise von Legenden aus der Bretagne inspiriert und Schriften und Briefe des unter anderem durch seine unglückliche Liebesgeschichte mit seiner Schülerin Heloise berühmt gewordenen bretonischen Mönchs und Gelehrten Petrus Abaelardus, geboren bei Nantes und später Abt des abgelegenen bretonischen Klosters Saint-Gildas-en-Rhuys, bereicherten das geistige Leben des 12. Jh. Auch Brito, der vielleicht bekannteste bretonische Literat des 13. Jh., verfasste als Chronist „Guillaume le Breton“ sein Versepos „Philippide“ zur Verherrlichung des französischen Königs Philipp II. August in Latein…

Seit dem 15. und 16.Jh., also seit der Zeit, als das Herzogtum Bretagne bereits immer stärker vom großen Nachbarreich Frankeich beeinflusst und schließlich durch Heirat in dieses integriert wurde, gab es mehrere nachgewiesene bretonische Dichter und (Geschichts-)Schreiber … aber deren bevorzugte Schreib-Sprache wurde Französisch. Im 17. Jh. machte die feinsinnige, gebildete Marie de Rabutin-Chantal, Marquise de Sévigné (1626 – 1669) von sich reden. Die in Paris Geborene hatte einen bretonischen Adeligen geheiratet und ging vor allem durch ihre Briefe in die Literaturgeschichte ein. Beinahe ein ganzes literarisches Genre hingegen beeinflusste der Bretone Alain René Lesage (1668 – 1747), der in seinem Schelmenroman „Gil Blas“ auch autobiografische Züge verwendete, Erinnerungen an seine Jugend in der Gegend um Vannes einflocht und die französische Gesellschaft seiner Zeit vorführte - auch wenn sein Pikaro-Roman in Spanien spielte… Immerhin beeindruckte er spätere Generationen so, dass eine der namhaftesten französischen Satirezeitschriften des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jh. als ihren Namen den des Roman-Titelhelden wählte …

Zu den berühmtesten bretonischen Autoren französischer Sprache und einem der bedeutendsten der französischen Romantik zählt der Schriftsteller und Politiker François René de Chateaubriand (1768 – 1848) aus St. Malo, der in seinem erst ab 1849 veröffentlichten Hauptwerk „Mémoires d’outre tombe“ (Erinnerungen von jenseits des Grabes: meine Jugend, mein Leben als Soldat und als Reisender (1768 – 1800) unter anderem seine Kindheit und Jugend auf Schloss Combourg schildert; das Schloss liegt auf einem Hügel oberhalb der namensgebenden Stadt Combourg im Departement Ille-et-Vilaine.

Das Jahr 1839 wurde für die bretonische Sprache und Literatur ein Schlüsseljahr, denn in diesem Jahr veröffentlichte der Sprach- und Altertumswissenschaftler Théodore Hersart de La Villemarqué (1815 – 1895) aus Quimper unter dem Titel „Barzaz-Breiz“ zum ersten Mal eine Sammlung bretonischer, bis dahin nur mündlich überlieferter Volkslieder, Erzählungen und Legenden. Hersart de La Villemarqué, der auch korrespondierendes Mitglied der Berliner Akademie der Künste war, veröffentlichte diese Sammlung auf Bretonisch mit französischer Übersetzung. Das „Barzaz-Breiz“ erreichte – der romantischen und zeitgenössischen Neugier auf „ländliche Kultur“ folgend – eine große Verbreitung und machte die bretonische Volkskultur erstmals auch weit über Frankreichs Grenzen bekannt: schon 1858 erlebte es unter dem Titel „Bretonische Volkslieder“ eine Übertragung ins Deutsche.

Auch der Volkskundler und Literaturprofessor Anatole Le Braz (1859 – 1926), Begründer einer frühen regionalistischen bretonischen Bewegung, bemühte sich nachhaltig um die Bewahrung des bretonischen kulturellen und literarischen Erbes, veröffentlichte aber nur auf Französisch; seine auf Bretonisch geschriebenen Gedichte hingegen blieben weitgehend unveröffentlicht oder blieben verstreut. Von seinen vielen bretonischen Legenden wurde der Novellenband „Le Sang de la sirène“ noch zu seinen Lebzeiten ins Deutsche übersetzt (Sirenenblut,1908). Mit dem 1886 erschienenen und höchst erfolgreichen Roman „Pêcheur d’Islande“ (Islandfischer), der u.a. im bretonischen Paimpol spielt, setzte der Marineoffizier und Schriftsteller Pierre Loti (1850 – 1923) dem harten Leben der bretonischen Fischer ein literarisches Denkmal. In kaum einem anderen literarischen Werk wird die Küstenregion der Bretagne mit ihren vielfältigen Landschaften und Stimmungen so facettenreich beschrieben…

Aber auch andere, jüngere literarische Erzeugnisse sind so etwas wie „Liebeserklärungen“ an die Bretagne und insbesondere an ihre Küstenlandschaften. Ob der 1910 und 1927 verfilmte Roman „Das Meer“ des deutschen Schriftstellers Bernhard Kellermann (1879 – 1951) oder das 1975 erschienene Lebenswerk „Le Cheval d’orgueil“ (Das Pferd des Stolzes) des bretonischen Schriftstellers und Volkskundlers Per Jakez Helias (1914 – 1995), das nicht nur in 18 Sprachen übersetzt, sondern sogar 1980 von Claude Chabrol verfilmt wurde (lief in Deutschland lief unter dem Titel „Das Traumpferd“) – sie alle bestimmen seit Jahrzehnten das Bild von der Bretagne mit. Das gewissermaßen jugendliche Alter Ego von Per Jakez Helias war der Dichter und Schriftsteller Xavier Grall (1930 – 1981), dessen Gedichte und Prosawerke eine neue junge, politisch engagierte Literatur in der Bretagne markierten. Zwar schrieb Xaver Grall nicht auf Bretonisch, aber gezeichnet vom Algerienkrieg gehörte er zu denjenigen, die sich für eine stärkere bretonische Unabhängigkeit gegenüber Frankreich und von der französischen Kultur einsetzten und Helias als bloße Traditionalisten kritisierten ...

Ähnlich wie in der Musik, die starke Anleihen bei den keltischen Traditionen aufnimmt, werden auch auf literarischem Weg immer wieder Besonderheiten, Einzigartigkeit und Eigenart sowie Eigenständigkeit der Bretagne hervorgehoben. Heute gibt es eine florierende bretonische Literaturszene, in der Tradition und Moderne eine weltoffene Verbindung eingehen (siehe http://www.sachsen-bretagne.com/index.php/themenblaetter-zur-bretagne/322-themenblatt-kultur-literatur-theater-tanz-vokal-musik-verlage-medien/). Eine vielfältige regionale Verlagslandschaft begleitet heute diese neuen Dichter- und Schriftstellergenerationen. Ein Kreis von Schriftstellerkollegen um den 1944 geborenen Michel Le Bris rief 1990 ein internationales Literatur- und Filmfestival in Saint-Malo ins Leben, das unter dem Namen „Étonnants Voyageurs“ (http://www.etonnants-voyageurs.com/) seither alljährlich stattfindet. Mit jeweils aktuellem Motto versehen – 2016 beispielsweise mit dem bezeichnenden Titel „Schriftsteller und Künstler im Chaos der Welt“ – fand es auch im Juni 2017 wieder statt, diesmal unter dem Titel „Die Zukunft hat schon begonnen!“ Wieder an etwa 25 Stätten, Cafés und Buchhandlungen mit Lesungen, Debatten und Sitzungen zog es auch diesmal wieder Zehntausende in seinen Bann.

Zum Schluss lässt es sich kaum vermeiden, auf den deutschen Kriminalschriftsteller Jean-Luc Bannalec (sein wirklicher Name ist Jörg Bong) hinzuweisen. Mit seinen inzwischen sechs Bänden mit dem Kommissar Dupin als Hauptfigur ist es dem Verleger und Schriftseller Jörg Bong, Jahrgang 1966, nicht nur gelungen, einem breiten deutschen Publikum die Bretagne mit ihren liebenswerten und spannenden Abweichungen vom „normalen“ Frankreich literarisch zu erschließen und populär zu machen. Seine bretonischen Krimis wurden auch verfilmt und neben anderen Sprachen natürlich ins Französische übersetzt; die Region Bretagne dankte ihm, indem sie ihn 2016 mit dem Titel „Mécène de Bretagne“ auszeichnete (http://www.kiwi-verlag.de/autor/jean-luc-bannalec/1455/).

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Abbildungen: Verlagswerbungen © Coop Breizh, © Presses universitaires de Rennes, © Wagenbach

 

Wie eine der bekanntesten bretonischen Wallfahrtskirchen entstand

Dr. Michael Krause, Studienreiseleiter, Dresden

Er war ein Narr, dieser Salaün: so will es zumindest die Legende, die den Namen des Ortes Le Folgoët als „Wald des Narren“ beschreibt und gleich noch mit erklärt, warum dieser kleine Ort mit der Basilique Notre-Dame du Folgoët eine der prächtigsten und vielleicht ungewöhnlichsten Kirchen der Bretagne besitzt. Auf jeden Fall sind die Geschichten über die Wahl des Bauplatzes und die historischen Hintergründe des Kirchenbaues bezeichnend für die Mystik und Eigenwilligkeit der Bretagne, tragen sie doch sowohl der tiefen Religiosität der Bretonen und ihrer Vorliebe für Legenden einerseits als auch ihrem Hang zu Eigenständigkeit, zur Originalität und vor allem zur Unabhängigkeit andererseits Rechnung. Vielleicht war der als „armer Irrer“ oder Dorftrottel beschriebene Namensgeber des Ortes, auf den alle bedeutenden Reiseführer verweisen, ja auch nur ein durch die damaligen unruhigen Zeiten im Bretonischen Erbfolgekrieg (1341 bis 1364) Verwirrter oder durch die beständigen Kriegshandlungen Traumatisierter und psychisch auffällig Gewordener – auf jeden Fall war er höchst religiös und passte in die für die damalige Bretagne typische ausgeprägte Marienverehrung. Er soll in einer hohlen Eiche im Wald von Lesneven (im Nordosten des heutigen Département Finistère) gewohnt und kaum gesprochen haben – das einzig Verständliche, das er bei seinen ständigen Gebeten an der nahen Quelle gemurmelt habe, wäre ein Marienanruf auf Bretonisch gewesen: „Itron Gwerc’hez Vari“ – „Herrin, Jungfrau Maria“.

Grund für den Bau der spektakulären Kirche, die heute noch Tausende jedes Jahr – etwa bei der Autosegnung am letzten Julisonntag oder beim großen Pardon, der Wallfahrt im September – in ihren Bann zieht, ist aber das Wunder, das nach dem Tod von Salaün geschah: eine Lilie erwuchs aus seinem Grab, deren Blütenstempel die Worte „AVE MARIA“ wie in Goldstaub nachbildeten. Man versuchte, dieses unzweifelhafte Wunder zu erklären, und bemerkte dabei, dass die heilige Blume aus dem Mund des Beerdigten entsprossen war. In der ganzen Bretagne sprach man von der märchenhaften Marienerscheinung und genau zu dieser Zeit entschied sich der Erbfolgekrieg in Herzogtum Bretagne. Jahrzehntelang hatten die Nachkommen aus den beiden Ehen Herzog Arthurs II. von Bretagne um die Vorherrschaft im westlichen Nachbarland Frankreichs gekämpft und sich dabei wechselseitig mit den Parteien des in dieser Zeit ebenfalls ausgetragenen „hundertjährigen“ Krieges zwischen England und Frankreich verbündet. Eine blutige Zeit also, in der jede Partei Gottes Segen für den eigenen Sieg erflehte und dafür dem Himmel freigiebig Opfer und Stiftungen gelobte.

Auch die Partei Johanns von Montfort, Gegner des durch Eheschließung mit einer Erbin aus erster Ehe ins herzogliche Umfeld geratenen und von vielen bretonischen Adeligen unterstützten Karl von Blois, gelobte die Stiftung einer prachtvollen Kapelle für die Jungfrau Maria, falls diese ihm im Kampf um die Bretagne Beistand leisten würde. 1364 beendete die Schlacht von Aray, in der einer der Widersacher, Karl von Blois, den Tod fand, den Bretonischen Erbfolgekrieg und Johann V. von Montfort wurde als Herzog der Bretagne anerkannt. Daraufhin begann er eilig, sein Baugelübde einzulösen. Es entstand eine prächtige, später durch ihren Kapellen-Anbau ungewöhnlicherweise L-förmige Basilika, die schließlich Jahrzehnte später, 1423, während der Regierungszeit seines Sohnes vollendet wurde. Dieser Sohn, Johann VI., Herzog der Bretagne, heiratete eine Tochter des französischen Königs und schloss sogar einen späten Frieden mit den einstigen Widersachern aus dem Erbfolgekrieg.

Neben der – durch den Zeitgeschmack und die damalige Bauwut begründeten und daher nicht weiter verwunderlichen – großen Ähnlichkeit zur etwa in der gleichen Bauzeit entstandenen Kathedrale der alten Bischofsstadt Treguir weist der Kirchenbau dennoch einige Besonderheiten auf. Der Kirchturm aus dem 15. Jahrhundert gilt bis heute als einer der schönsten in der Bretagne und als Hinweis auf die Verbindung zur Jungfrau Maria errichtete man in der Kirche den Altar genau über der Quelle, aus welcher der Wunder wirkende Narr immer getrunken hatte. Bis heute kann man auch als Besucher aus dieser Quelle trinken, denn das frische Wasser strömt immer noch unter dem Altar hervor und wird in ein Becken geleitet, aus dem die Pilger – von außen an der Mauer des Chorhauptes – das heilige Nass schöpfen.

Wie bei vielen der bretonischen Sakralbauten verwendete man Kersantoner Granit für die Kirche von Le Folgoët. Aus diesem besonders schwer zu bearbeitendem Material sind nicht nur die fünf Altäre der Kirche, sondern auch die Statue der Madonna von Le Folgoët und der herrliche Lettner, alles Meisterstücke bretonischer Steinmetzkunst.

Die französische Geschichte hatte eigentlich ein schlimmes Schicksal für das wundervolle Bauwerk vorgesehen: nach der Plünderung und der anschließenden generellen Säkularisierung im Zuge der Französischen Revolution sollte es abgerissen werden! Bauern der Umgebung jedoch taten sich zusammen und kauften gemeinsam das Gebäude, um es für den bretonischen Glauben zu erhalten. Nach der Rückkehr der Bourbonenkönige konnte das dadurch nicht zerstörte Bauwerk dann Stück für Stück wieder restauriert und schließlich wieder geweiht werden – vielleicht ein später Triumph des gläubigen Narren …

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Links:  Die Basilique Notre-Dame du Folgoët. Foto/Quelle: Par besopha (La basilique Uploaded by Magnus Manske) [CC BY-SA 2.0], https://commons.wikimedia.org/wiki/File:La_basilique_(6061719250).jpg.
Rechts: Der Brunnen am Chorhaupt der Basilique Notre-Dame du Folgoët, den das Wasser aus der Quelle speist, aus welcher der Wunder wirkende Salaün einst getrunken hatte. Foto: Dr. Michael Krause.