Jeanne Toutous stellt am 01.06.2017 im Europa-Haus Leipzig ihre "Vergleichende Studie der Mobilisierungen für die Minderheitsprachen: Regionalismen in der Lausitz und in der Bretagne" vor.

Das Projekt behandelt die verschiedenen Herangehensweisen der bretonischen und sorbischen Aktivisten, um ihre Sprache zu verteidigen und wertzuschätzen. Das Dissertationsprojekt versucht, die folgenden Fragen zu beantworten: wer kämpft für die Regional- und Minderheitensprachen in Europa? Aus welchen Gründen? Was lernen die Minderheiten voneinander? Welche Netzwerke und gemeinsamen sozialen Wahrnehmungen können diesen Prozess ermöglichen? Welchen Einfluss hat die politische und kulturelle Geschichte der Staaten auf das Handeln der Minderheiten, im Fall der Bretagne und der Lausitz?

Auf der einen Seite ist der bretonische Aktivismus sehr stark politisiert, mit einer effektiven Trennung zwischen links und rechts, während der sorbische Aktivismus weniger politisch, sondern kulturell geprägt ist. Auf der anderen Seite kann man vermuten, dass seit den 2000er Jahren die bretonische Bewegung weniger in den politischen Konflikt einbezogen wird, und dass die bretonische Identität heute mehr ein Gegenstand einer kulturellen Übereinstimmung seitens der Bevölkerung ist. Außerdem kennt der sorbische Aktivismus heute neue Entwicklungen, z.B. mit der Petition gegen die Verordnung in
Brandenburg oder dem zivilen Ungehorsam.

Die genannten Fragen, Thesen und Erkenntnisse ihrer Dissertation stellt Jeanne Toutous - eine Bretonin in Sachsen in Leipzig vor.

Wann?: Donnerstag, den 1.Juni 2017, 17:00 Uhr


Wo?: Europa-Haus Leipzig e.V., Markt 10, Leipzig


Eintritt frei, Vortrag in deutscher Sprache

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit ERIU Leipzig (Eriu - Entertainment Research Intercultural Union) dem Institut für Sorabistik der Universität Leipzig und der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft im Europa-Haus Leipzig