Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft,
chère amie et cher ami du franco-allemand,


an diesem Freitag feiert Frankreich seinen Nationalfeiertag, den 14. Juli (Quatorze Juillet), die Erinnerung an den Sturm auf die Bastille und damit an die Revolution von 1789, ein jährlicher Akt der rituellen Selbstvergewisserung Frankreichs vor sich und der Welt.

Bei ihrem traditionellem Empfang der Französischen Botschaft in Berlin am 14. Juli ist die diesjährige Gastregion übrigens die Bretagne. Ein Grund mehr, daran zu erinnern, dass die Region Bretagne und der Freistaat Sachsen 1995 vollmundig einen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen hatten, an den sich zu erinnern die heute politisch verantwortlichen Mühe haben – die eine Seite schiebt den Grund des Desinteresse auf die jeweils andere. Nur wir, die 2004 gegründete Sächsisch-Bretonische Gesellschaft, halten noch dagegen – wie lange noch? – und denken, dass deutsch-französische Beziehungen nicht nur eine Angelegenheit der Hauptstadt-Eliten, sondern auch der Menschen in den Ländern bzw. Regionen sind und auch der Osten Deutschlands Teil der besonderen Nachbarschafts- und Freundschaftsbeziehung mit Frankreich ist.

Dresden, den 22. Juli 2016 

Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft,  
liebe Frankreichfreunde,
chères compagnes et chers compagnons franco-allemands,


nach dem terroristischen Attentat von Nizza vom 14. Juli, das bislang 84 unschuldige Menschen in den Tod riss, können auch wir nicht zur Tagesordnung übergehen, auch wenn für uns das Leben in sommerlicher Laune weitergehen mag. Der in der bretonischen Mythologie “Ankoù” genannte Totengeist “ist groß / wir sind die Seinen / lachenden Munds. / Wenn wir uns mitten im Leben meinen, /wagt er zu weinen /mitten in uns.” (« La mort est grande / nous lui appartenons, / bouche riante. / Lorsqu’au cœur de la vie / nous nous croyons / elle ose tout à coup / pleurer en nous ») (R.M. Rilke)  

Der Internetsender “francetvinfo.fr” (Actualités en temps réels et info en direct) hat vorgestern begonnen, die Gesichter und Namen der Opfer auf seine Seite zu stellen. Ich verharre nicht in meiner Erschütterung, sondern gebe auch Ihnen die Möglichkeit, sich dieser Menschen zu erinnern, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Im folgenden der Link zu der besagten Seite von francetvinfo.fr

http://mobile.francetvinfo.fr/faits-divers/terrorisme/attaque-au-camion-a-nice/attentat-de-nice-un-visage-et-un-nom-pour-les-84-personnes-tuees_1553933.html#xtor=EPR-2-%5Bnewsletterquotidienne%5D-20160721-%5Blespluspartages/titre1%5D&xtref=acc_dir

Bien cordialement / Herzliche Grüße / Gwellañ gourc´hemennoù
 
Prof. Dr. Dr. h.c. Ingo Kolboom
Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.

 

PS. Siehe auch: http://www.francetvinfo.fr/faits-divers/terrorisme/attaque-au-camion-a-nice/video-apres-son-concert-annule-a-nice-rihanna-rend-hommage-aux-victimes-de-l-attentat_1555387.html#xtor=EPR-2-[newsletterquotidienne]-20160722-[lesimages/image4]

 

2016 Joyeuses Paques

"Je ne veux pas mourir gentil (...) La tolérance est interdite aux dessinateurs politiques. Nous devons rester farouches, solitaires, injustes, hérissés." (Ich will nicht als netter Mensch sterben (...) Die Toleranz ist den politischen Zeichnern verboten. Wir müssen unbeugsam, einsam, ungerecht,  widerborstig sein). Georges Wolinski 1986 (in: “Je cohabite”, Denoël, Paris 1986, S. 5)

Georges Wolinski, geboren am 28. Juni 1934 in Tunis, ermordet im Alter von 80 Jahren am 7. Januar 2015 in der Redaktion der Pariser Satirezeitschrift CHARLIE HEBDO.

"Ohne Satire, ohne Lachen ist unsere Kultur nicht denkbar. Nach der Trauer über die Opfer des Pariser Massakers muss neben der Wehrhaftigkeit im Umgang mit Terrorismus auch die Spottlust wiederbelebt werden, sonst hätten die Schlächter nicht nur gemordet, sondern auch gewonnen." Andreas Platthaus, “Sie stachen heraus, weil ihre Federn so spitz waren”, in FAZ 07.01.14: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/charlie-hebdo-zum-tod-von-georges-wolinski-und-charb-13358500.html

=> http://www.ledevoir.com/galeries-photos/les-caricatures-de-garnotte

NOUS SOMMES CHARLIE - WIR SIND CHARLIE

Tristement votre,
Ingo Kolboom

Liebe Mitglieder und Freunde der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.,
Chère amie et cher ami des relations franco-allemandes,

"Leise zieht durch mein Gemüt/ liebliches Geläute,/ klinge, kleines Frühlingslied,/ kling hinaus ins Weite. / Zieh' hinaus bis an das Haus, / wo die Veilchen sprießen; /wenn du eine Rose schaust, / sag', ich lass sie grüßen." Mit diesen Worten begrüßte unser deutsch-französischer Heinrich Heine den Frühling. Machen Sie es ihm nach auf Ihrem Osterspaziergang durch die nun wieder blühenden Park- und Gartenlandschaften. Sie können auch gleich einen virtuellen Spaziergang machen, und zwar in den Landschaften von Monumentum Nostrum, dem ersten deutsch-französischen, zweisprachigen Park-, Garten- und Denkmalmagazin, online!

Monumentum Nostrum est le premier magazine franco-allemand du patrimoine. Il est online et se consacre au patrimoine des deux pays. Monumentum Nostrum initie et soutient la coopération franco-allemande dans le domaine de la protection du patrimoine que ce soit des parcs, jardins ou des monuments historiques. C'est un domaine où l'échange et la coopération restent à développer. Tout échange commençe par la connaissance et la compréhension de l' héritage culturel de l' Autre.

Gründerin und Chefredakteurin von Monumentum Nostrum ist die in Berlin geborene, in Frankreich lebende deutsch-französische Journalistin und Sachbuchautorin Dr. Bettina de Cosnac. Sie sucht übrigens eine Autorin oder einen Autor, die für Monumentum Nostrum einen sehenswerten Privatgarten vorstellen. Diese Anregung gebe ich gerne an Sie weiter, und würde mich freuen, in einer der nächsten Onlineausgaben von Monumentum Nostrum auf den Beitrag eines unserer Mitglieder oder Freunde zu stoßen. Hier die E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

So mancher mokiert sich über das oft feuchte Klima in der Bretagne auf. Zu Unrecht, denn erstens ist auch die Bretagne ein oft sonniges Land (wie Sachsen auch!), und zweitens gedeihen in dem bretonischen Meeresklima die herrlichsten Parks und Gärten. Schauen Sie mal auf die interaktive Karte "Parcs-et-jardins-en-Bretagne" unter der Internetadresse Ergänzen Sie diesen Ausflug mit der Adresse http://www.parcfloralbretagne.com ! Sie werden aus dem Staunen nicht herauskommen. Vielleicht machen Sie daraus gar eine Reiseroute – entlang den Gärten und Parks? Natürlich gibt es auch in Sachsen nicht minder beeindruckende Gärten und Parks und Schlösser, die auf unsere bretonischen Freunde warten. Cliquez "schloesserland-sachsen"

Beide Kultur-Natur-Landschaften sind einander so nah, leider sind sie noch nicht in einen Dialog getreten. Das wäre doch mal ein Thema für ein regionalpartnerschaftliches Treffen der Garten- und Parkfreunde. Oder? Sagte nicht schon Voltaire auf der Suche nach der Glückformel : "Il faut cultiver notre jardin – Wir müssen unseren Garten bestellen". Warum nicht zusammen?

Gestatten Sie, dass ich mich trotz vieler Ideen und Gedanken, die mich umtreiben (gerade im Vorfeld der Europawahlen!), heute kurz halte, denn auch mich zieht es hinaus bis an das Haus, / wo die Veilchen sprießen .... Daher gehe ich gleich zu einer wichtigen Meldung über: In diesem Jahr wird die Sächsisch-Bretonische Gesellschaft zehn Jahre alt. Wir werden dieses Ereignis bei Gelegenheit gebührend würdigen.

Im Namen des Vorstands der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft, aber auch ganz persönlich, wünsche ich Ihnen, Ihren Angehörigen und Freunden in allen Sprachen unserer Heimatländer
Frohe Ostern - Wjesole Jutre (sorbisch)
Joyeuses Pâques - Pask mat deoc'h (bretonisch)

Bien cordialement / Herzliche Grüße / A-greiz kalon

Ihr Ingo Kolboom
Präsident der Sächsisch-Bretonischen Gesellschaft e.V.